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Deutsche Maler : von Asmus Jakob Carstens an bis auf die neuere Zeit
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nicht lösen können. Die meisten der versammelten Kunst-apostel haben sich für die Abwesenheit eines allgültigenGesetzes und ihre Unfähigkeit, ein solches zu finden, er-klärt, und zwar aus guten Gründen.

Wenn ich eben in der ersten Person Pluralis redete,so schliesse ich mich dennoch in Gedanken von diesemwir aus, denn ich glaube in der That, dass es ein gewissesGesetz des Schönen giebt, wenn es auch etwas unbestimmtlautet, und es haben zu verschiedenen Zeiten auch nochverschiedene andere Leute daran geglaubt, was mich inmeinem Glauben bestärkt; ich bin wirklich innig überzeugt,dass zum Beispiel ein gewisser ästhetischer Unterschiedzwischen einer kothigen Viehmagd und der medicäischenVenus besteht, so wie auch etwa zwischen einem Kohlkopfund einem Apollokopfe, seien sie nun gemalt, gemeisseltoder lebendig, Kunst- oder Naturproducte; da ich aber eineganze Anzahl von Leuten und von Leuten in Amt undWürden sehe, die berufen, die Spreu vom Weizen zuscheiden und Lorbeerkränze des Künstlerrufes zu vertheilen solchen Unterschied nicht anzuerkennen geneigt sindund ganz ernstlich das alte Mottocacatum non est pictum"mit Auslassung der Verneinung als Wahrheit verkünden,so bescheide ich mich, schüttele nur im Stillen den Kopfund, da eine der streitenden Meinungen nothwendig irrigsein muss, wenn die andere vernünftig ist, halte vorläufigmeine für die vernünftige Meinung und behalte sie trotzalledem und alledem. Ich lasse mir zum Beispiel gar nichteinreden, dass Schmutz die Schönheit der Farbe erhöhe,dass Rohheit der Behandlung eine besondere Feinheit sei,dass die Darstellung der jämmerlichsten Misere, des Küm-merlichen und Hässlichen die eigentliche Aufgabe derKunst sei, dass die Verläugnung aller Schönheitsformendas wahre Ideal hervorbringe, dass die neue französischeSchule der sogenannten Realisten einen Fortschritt derKunst bewirkt habe, dass der maitre peintre Courbet keinSudler, sondern ein grosser Meister ist, und deshalb auch