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J. W. Schirmer in Karlsruhe war der ursprünglicheMeister und Begründer einer mit Recht berühmten Land-schafter-Schule, nämlich der Düsseldorfer.
In seinen Bildern, Cartons und Radirungen zeigt sicheine consequente Entwicklung, wie wohl kaum in denWerken eines anderen Künstlers, eine sehr individuelleEntwicklung, welche, selbstständig fortschreitend, kaum underst spät von Traditionen und fremden Einflüssen berührtwird. Von der schlichtesten Natur-Nachahmung beginnend,nimmt seine Kunst allmählich einen höheren Aufschwung;aus der vollkommenen Kenntniss der Natur und der Mei-sterschaft im Technischen entwickelt sich ein bestimmterStyl, und endlich sehen wir den vollendeten Meister, derso naiv angefangen hat, in der allerausgesprochenstenWeise formell und bewusst werden; der naturwüchsigeEichen- und Waldmaler schafft „Biblische Landschaften",Phantasie-Gebilde, in denen das natürlich Gegebene nurnoch Mittel zum Zwecke ist.
Eine grosse Pietät für die Natur und eine Behandlung,die nach heutigen Ansprüchen allerdings noch unvoll-kommen ist, aber doch die der gleichzeitigen Künstler anFreiheit und Sicherheit überragt, zeichnen die früherenWerke des Meisters aus. Eines der ältesten, eine grosseSchweizerlandschaft, „Das Wetterhorn" (von 1838), zeigtdas genaue Naturstudium im Einzelnen, die sorgfältige Aus-führung, die genaue, etwas scharfe Zeichnung, das Strebennach einfach objectiver Darstellung, wodurch der Meistereine so fruchtbare und ausgezeichnete Schule begründete.Die. Behandlung ist freilich ziemlich hart und die Farbe imGanzen trocken, bräunlich und eintönig, in dieser Beziehunghat sowohl der Meister selbst, als seine Schüler und Nach-folger später grosse Fortschritte gemacht.
In den späteren Bildern wird die Composition immerreicher, die Haltung einheitlicher, die Farbe entschiedenerund die Behandlung breiter; gerade aber in den Bildern,welche diese technischen Vorzüge auf höchster Höhe zeigen,