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Adolf Menzel in Berlin ist der specifische Preussen-maler; Friedrich der Grosse, seine Zeit und seine Heldenund Angehörigen sind die Gegenstände seiner künstlerischenDarstellung, und er stellt sie mit einer Schärfe der Cha-rakteristik dar, welche unübertrefflich ist. Ein grösseresBild von ihm, „Der Ueberfall bei Hochkirch", gehört nichtzu den besten Werken des Künstlers, obschon es wie allevon höchster Lebendigkeit ist und die einzelnen Figurennicht wohl charakteristischer und sprechender dargestelltwerden könnten.
Wir sehen eine Episode eines nächtlichen Kampfes,der Brand des Dorfes beleuchtet die Scene. Sich unterfeindlichem Feuer ordnende und dasselbe erwiedernde In-fanterie nimmt den Vordergrund ein, im Mittelgrunde sprengtder König mit seinem Gefolge heran, überall zeigt sich dieVerwirrung des plötzlich alarmirten, aus dem Schlaf auf-gerufenen Heeres, welches keinen Angriff erwartete. Dader Künstler durchaus an der Wahrheit der nächtlichenFeuerbeleuchtung festgehalten hat, so erscheint sein Bildbesonders in dem grösseren Umfange dunkel und unruhigzugleich und ohne eigentliche Wirkung; in einem kleinerenBilde hätte sich dieser Lichteffect viel leichter übersichtlich,vorteilhafter dargestellt. Die Malerei des Bildes ist sehrbreit und frei, fast nur skizzirt, und beeinträchtigt in ihrerWeise auch die ruhige Haltung und dadurch die klarereAnschaulichkeit des Bildes.
Eine Zeichnung, den Besuch des Königs in einer Kna-benschule darstellend, ist in jeder Weise ein vollendetesMeisterwerk zu nennen. In der Figur von dem originellenKönig an bis zum letzten der Jungen ist eine vollkommenePersönlichkeit mit bestimmtester portraitartiger Charakte-ristik dargestellt, wie aus dem Leben gegriffen. Die ganzoriginelle Behandlung der Zeichnung, welche durchaus naiverscheint, und an keinen Styl, an keine Manier irgend einerArt erinnert, verstärkt die charakteristische Wirkung derDarstellung noch mehr, so dass dieses dem Gegenstande