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wohl kaum die Kölnische Geschichte eines Studiums ge-würdigt, sonst würde er wissen, dass Köln bis gegen Endedes 16. Jahrhunderts eben nicht so sehr geistlich gesinntwar, und dass es seine Blüthe am wenigsten der Geistlich-keit verdankt. Es ist kaum ein zweites Beispiel in derGeschichte, dass eine Stadt in dem Maasse fromm unddoch anti-episcopal gewesen ist, wie Köln seit den Tagendes Bischofs Anno bis zur Reformation. Nirgendwo sonstin Deutschland hat eine Bürgerschaft sich so glänzend be-thätigt, wie gerade in Köln, keine Städtegeschichte weistAehnliches auf wie die Geschichte von Köln im 13. und14. Jahrhundert. War es aber nicht gerade diese reicheBürgerschaft, deren Gewerbe goldenen Boden hatte, welcheKirchen und Klöster so reich dotirte, dass sie Prachtbautenwerden konnten, und welche die Maler und Bildhauer ihrefrommen Werke schaffen liess? Von alledem sehen wir inden Werken des Herrn Steinle keine Spur; romantischenTendenzen folgend, schafft er Geschichte aus sich selbst,und Köln ist ihm die heilige Stadt, das deutsche Rom undweiter nichts.
Ganz ergötzlich erscheint in den Bildern die Neuzeit.Der Ausbau des Domes ist angedeutet, indem vor derGipfelblume des ausgebauten Südportals, welche auf demBoden steht, der König und der Erzbischof sich begegnen.Letzterer scheint dem Herrscher die Blume vorzustellen,als sein Werk, hinter derselben aber lugt schalkhaft derDombaumeister hervor. Die Mischung von AVirklichemund Symbolischem in dieser Darstellung, zum Beispiel derPurpurmantel, womit der Künstler den König angethanhat, während sonst alles in ordnungsmässiger Uniform undKirchentracht erscheint, das Verstecken des Mannes, welcherdoch wohl eigentlich ein grosses Verdienst um den Dombauhat, des Dombaumeisters, macht einen seltsamen Eindruck.
Auf einem andern Blatte sehen wir in. einer Land-schaft, deren Hintergrund die Stadt Köln bildet, denSammler Wallraf auf das Medusenhaupt des Museums ge-