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an die Stelle des germanischen Shakespeare trat der roma-nische Calderon. Nicht ohne Einfluss auf diesen Wechselist die Neigung zum Katholicismus geblieben, welcher dochimmer über die Alpen und nach Rom deutete; aber vonder so eifrig erfassten Frömmigkeit blieb nur sehr wenig;wie der Tannhäuser der Sage kehrte man, nach kurzemVersuch, nach Reue und Busse, bald wieder in den Venus-berg zurück.
Es entstand nun ein buntes Durcheinander von An-klängen und Reminiscenzen, und unsere Poeten mischtenkatholische Schwärmerei, nordischen Hexen- und Teufels-spuk und südliche Sinnlichkeit zu einer überspannten,überwürzten Poesie zusammen, welche aber ohne Bodenim Volksbewusstsein, nur von sehr kurzer Dauer und sehrgeringer Bedeutung gewesen ist; wenig davon ist unsheute noch geniessbar.
Die bildende Kunst folgte auch diesen Wegen; aberihrer Natur nach mehr an das Reale und an die natürlicheErscheinung gebunden, blieb sie gemässigter, obgleich da-mals und später genug seltsame Dinge gemacht und vomPublikum mit grossem Beifall aufgenommen worden sind.Diese späteren Romantiker suchen besonders gern ahnungs-volle Stimmungen, geheimnissvolle Beziehungen in ihreWerke zu legen; sie rechnen auf den Beschauer, dass erauch das nicht Dargestellte errathe, und häufig genug hegtder Schwerpunkt der Handlung, ja, die Handlung selbst,ganz ausserhalb der Darstellung; in der höchsten Blüthedieser Richtung stellte man sogar die widersinnige Maximeauf, dass die Handlung selbst niemals, sondern nur ihreWirkung, nicht die Leidenschaft selbst, sondern nur ihrWiderklang im Bilde festzuhalten und darzustellen sei; undein solcher Unsinn ist ganz ernsthaft behauptet und wirk-lich geglaubt worden.
Die aus dieser Richtung entstandenen Bilder wirktendurch die Stimmung auf das Gefühl; der Inhalt sollte mehrgeahnt werden, als wirklich verstanden; sie haben dabei
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