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Ich halte das Bild für unvollendet, eine blosse Unter-malung, wenn auch eine ausgeführte und sorgfältige. DieFarbe ist blass und wie für spätere Lasuren bestimmt, unddie Zeichnung ist scharf und hart, die Modellirung- flach,das Ganze jedoch sehr sorgfältig behandelt.
Wollten wir diese Bilder als solche mit denen dergleichzeitigen früher erwähnten Künstler vergleichen, sowürden sie sehr zurückstehen müssen; denn in Bezug aufkünstlerische Vollendung können sie sich mit jenen nichtmessendes sind jenen gegenüber Schülerwerke; aber —der Schüler verräth auch in den Schülerwerken schon eineEnergie und eine Originalität, welche jenen Meistern nichtin dem Maasse gegeben sind. So wunderlich das Bild vonden klugen und thörichten Jungfrauen erscheint, so erkenntman doch darin auf den ersten Blick einen ungewöhn-lichen Künstler. Man mag über den seltsamen Ausdruckin diesen Figuren und Gesichtern lächeln, man mag jeneHärte und allseitige Bestimmtheit der Contouren und Formenunerfreulich finden, man mag das Ganze für sehr geschmack-los erklären, aber man kann nicht umhin, die Kraft zufühlen, welche sich in allem diesem kundgiebt. Es ist be-reits die strenge und scharfe Charakteristik, die knappeZweckmässigkeit der Composition darin, welche den Meisterin seinen späteren Werken vor allen auszeichnet, das ener-gische Wesen, das von innen und von der Seele aus dieFormen bestimmt und bewegt.
Es sind Jugendarbeiten, der Künstler machte sie imAlter von zweiundzwanzig bis dreiundzwanzig Jahren, undsie tragen den Charakter von Jugendarbeiten. Kurz daraufschuf er die schon bereits erwähnten Compositionen zumFaust und zu den Nibelungen und schlug damit den Tonan, welcher nachher aus allen seinen Werken mit gewaltigerKraft und Majestät hervortönt. ,
Cornelius ist nicht nur durch sein ungewöhnlichesschöpferisches Talent der Leiter und das Vorbild allerneueren deutschen Kunst geworden, sondern mehr noch