Druckschrift 
Die Rheinlandschaft von Nymwegen bis Xanten unter der Herrschaft der Römer : nach den Quellenschriftstellern und eigenen Localforschungen dargestellt
Entstehung
Seite
22
Einzelbild herunterladen
 

22

und seine Bewohner waren, soweit die frühesten Nachrichtenhinaufreichen, herübergewanderte Germanen, zu denen wahr-scheinlich auch die Menapier gehörten, welche um die Mittedes letzten Jahrhunderts vor Chr. Geb. auf beiden Seitendes untern Rheines ihre Sitze hatten. J. Cäsar unterwarfin einem Zeiträume von acht Jahren, vom Jahre 5851v. Chr., ganz Gallien, und somit auch unsern Landstrich,der römischen Herrschaft, ohne jedoch bis in diese Gegen-den des Niederrheins mit seinem Heere vorzudringen. Erstunter Augustus finden wir die römischen Kriegsheere amuntern Rheine thätig, um die von den jenseitigen Germanenvielfach drohenden Gefahren von den neu erworbenen galli-schen Provinzen abzuwehren. Da die Römer in ihrenKämpfen mit den Letzteren bedeutende Verluste erlittenhatten, so begab sich im J. 16 v. Chr. Augustus selbst anden untern Rhein ') und zwar insbesondere auch in unsereGegend, bei welcher Gelegenheit er höchst wahrscheinlichdas grosse Lager auf dem Fürstenberge bei Xanten errichtenHess. Nachdem sich der Kaiser im J. 13 v. Chr. wiedernach Rom zurück begeben, hinterliess er dem Drusus denOberbefehl am Niederrhein, 2 ) und die vielseitige, energischeThätigkeit dieses Feldherrn erstreckte sich vorzüglich auchauf unsere Landschaft: zu den von ihm daselbst geschaffenenAnlagen gehörten zunächst die grossen Dämme, die er anRhein und Waal zur Regulirung der Strombetten ziehenliess; 3 ) ferner Hess er auf dem oberen Theile der ßataver-insel eine starke Flotte bauen, und übte gleichzeitig daselbstseine Truppen im Gebrauche der Waffen; endlich legte eram Ufer des Rheines eine grosse Zahl von Castellen an, 4 )um theils die Gränzen gegen die kriegerischen Nachbarendes andern Ufers zu schützen, theils eine Operationsbasis