gentlich bloss zur Viehweide. ,4 ) Dieses Verhältniss fandschon zur Zeit des Tiberius statt, und als später unterClaudius der Rhein als Gränze der römischen Besitzungengalt, blieb doch jener Uferstrich noch im Besitze der Römer,und es war überhaupt bestimmt, wie weit die Germanenvom Ufer entfernt wohnen mussten. ,5 ) Noch im J. 59 n.Chr. trachteten die nördlich wohnenden Frisen dieses unbe-baut hegende Land in Besitz zu nehmen, woran sie jedochvon den Römern mit Gewalt gehindert wurden, und alsauch im darauf folgenden Jahre die Ampsivarier dasselbebesetzen wollten, wurde es ihnen eben so wenig gestattet. 16 )Erst mit dem Ausbruche des batavischen Krieges, im J. 69n. Chr., wurde in diesem Landstriche die römische Hoheitfür eine kurze Zeit unterbrochen; dass sich dieselbe, nachBeendigung jenes Krieges, bald wiederhergestellt, ist an sichwahrscheinlich und wird durch Denkmäler bestätigt; ebenso sicher aber ist es, dass, als um die Mitte des 3. Jahr-hunderts n. Chr. am Unterrhein der Frankenbund sich ge-bildet, jeder Einfluss der Römer auf diese Gegenden völligaufhörte, und der lihein unmittelbar die Gränzscheide zwi-schen römisch - gallischem und freiem germanischem Bodenbildete.
Hiernach befand sich der rechtsrheinische Theil unsrerLandschaft, welcher durch eine Linie von Elten über 'sllee-renberg bis Mehr, und südlich vom Rheine, begränzt wird,während eines Zeitraumes von fast zwei Jahrhunderten unterrömischer Botmässigkeit, und mehre der ältesten und wich-tigsten Kriegsunternehmungen der Römer gegen die germa-nischen Völker fanden hier ihren Ausgangspunkt: sehen wirnun zu, welche Denkmale aus dieser Zeit sich aus den nochvorhandenen Spuren erkunden, und wie sich durch diese