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glück begründet, und da sie 12 Jahre jünger war als ich, konnteich erwarten, dass sie mir die Augen zudrücken würde. Durchihren Tod wurde ein Stück meines Herzens abgerissen, das Lebenhatte für mich keinen Werth mehr, und nur die Freude, zweigute und brave Söhne zu besitzen, kettete mich von nun an, andasselbe. Ich trauere ihr in meiner Abgeschiedenheit aber nach,lebe mit ihr in Gedanken fortwährend zusammen, und mein Herzergiesst sich über ihren Verlust täglich zu seiner Erleichterung inThränen. — Der Abend meines Lebens ist für die Zeit, die ichnoch hier zuzubringen habe, getrübt. Ich habe mich von derWelt zurückgezogen, die Praxis mit ihren Sorgen für Andere auf-gegeben. *) Ich lebe wirkunglos, weil ich noch leben muss, ichinteressire mich für alle Begebenheiten der Zeit, wozu mir nochdie Sinne und geistiges Verständniss zu Theil werden, und binbereit, von dieser Schaubühne abzutreten, denn ich habe genuggelebt. — Möge mir aber ein kurzes und schmerzenloses Ende zuTheil und ich vor den Gebrechen des hohen Alters bewahrtwerden.
Düsseldorf, den 19. November 1872.
Richter.
*) Anmerkung. Am 21. Juni 1871 feierte der ärztliche Verein desRegierungsbezirkes Düsseldorf in seiner Frühjahrs-Versammlung mein fünf-zigjähriges Doctor-Juhiläuni und ernannte mich, nachdem ich von der Stiftungdesselben an, bei der ich im Jahr 1842 mitwirkte, wirkliches Mitglied ge-wesen war, zu seinem Ehrenmitgliede durch ein neues schönes Diplom. Diemedicinische Facultät zu Berlin verlieh mir ein neues Doctor-Diplom. Gra-tulationen, Ständchen, Essen u. s, w. blieben nicht aus.