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Aus meinem Leben : Nachgelassene Aufzeichnungen des am 26. Mai 1876 zu Düsseldorf verstorbenen
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Aussichten zur Keform waren und was man von meinen Bestre-bungen dachte. Dass ich durch dieselben nicht missliebig gewordenwar, bewies wohl zunächst, dass ich durch den nunmehrigen Ge-neralstabsarzt Dr. Grimm bei Sr. Maj. dem Könige FriedrichWilhelm IV. in Potsdam und durch den Generalarzt Dr. Kothebeim Prinzen von Preussen, dessen Leibarzt er war, eine Audienzin Berlin erhielt. Beide empfingen mich recht gnädig, unterhieltensich über meine Eeise und über die Chirurgengehülfen mit mir,als ich Jedem ein Exemplar meiner Schrift überreichte. Auchder alte Kriegsminister v. Boyen, die Generale v. Reyher undv. Cosel im Ministerium, äusserten sich sehr anerkennend, hieltendie Reform für geboten und nothwendig, und würde dieselbe nachder von mir bezeichneten Form mutatis mutandis zur Ausführungkommen. Die beiden Generalstabsärzte Dr. Lohmeyer undGrimm bewiesen sich sehr zugeknöpft. Man befürchtete dasEingehen des Instituts; von einer anderen Richtung desselben warkeine Rede. Lohmeyer seufzte über Mangel an Compagnie-Chirur-gen dem Verlangen der Truppen gegenüber, wünschte, ihnen15 Thlr. Gehalt geben zu können, allein es sei kein Geld dazuda. Eine Reform könne nur von der des allgemeinen Medicinal-wesens abhängig gemacht werden, im Cultusministerium sei Rat-losigkeit, der Cultusminister habe als Laie kein Vertrauen u. s. w.

Mit kurzen Worten: es war nicht die entfernteste Aussichtzu einer Umgestaltung oder Verbesserung der Verhältnisse inBerlin wahrzunehmen.

Ich hatte auf dieser Reise, die mir viel Geld kostete, vielerlebt und erfahren. Die Erinnerung an dieselbe gehört zu denerfreulichsten und beglückendsten meines Lebens.

Um bei der beabsichtigten Herausgabe von Broschüren zurKritik der einzelnen Zweige des Militair-Medicinalwesens mit demder übrigen Staaten einen Vergleich anstellen und das Gute einesjeden herausstellen zu können, musste ich mich noch mit derOrganisation in den Niederlanden und in Belgien bekannt machen,die vor Kurzem eine zeitgemässe Umgestaltung erlangt hatten.Ich trat daher noch am 25. Octbr. 1847 eine Reise in jene