WALDSCHLUCHT
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Waldschlucht, die mit einer Holzbrücke überspannt ist. Hierging früher eine gemauerte Rinne zu Tal, welche vor der Be-bauung dieses Geländes das Tageswasser der höher liegendenTeile in den See abführte. Durch Schaffung von Vorsprüngenund Einbuchtungen wurde sie zu einer malerischen Schluchtausgebildet, wobei natürlich der vorhandene Baumwuchs nachMöglichkeit geschont wurde. Der waldartige Bestand tritt bisan die steilen Ränder heran, die Schlucht stets in ein mildesDämmerlicht hüllend. Den Boden bedecken alle möglichenschattenliebenden Kräuter. Im Frühjahr spießen hier Anemonen,Leberblümchen, Himmelschlüssel und Waldmeister. Später er-blühen Tausende von Maiblumen, deren Blätter im Vereine mitden vorgenannten Kräutern den Boden der Schlucht begrünen,bis im Herbste das goldige Laub der Birken und Ahorne unddas braune Buchenlaub herniederfällt und den Waldblumen einewarme Winterdecke schafft.
Um den zehn m hohen, steilen Abhang hinaufzugelangen,mußte der Weg im Zickzack geführt werden, wodurch eineÜberbrückung der Schlucht notwendig wurde. Die Brücke hateine Spannweite von 8m. Sie wurde aus Stämmen hergestellt,welche auf dem Grundstücke selbst gewonnen waren. Die Aus-nutzung der gegebenen Verhältnisse verhalf so zur Gestaltungeiner malerischen Naturszene; denn der Blick von der Brückeaus läßt die Schlucht, von halber Höhe aus betrachtet, besonderswirkungsvoll erscheinen (Abb. 97).
Jenseits der Brücke kann man in den Laubgang gelangen, dersich hier wie in der Abb. 91 dem Auge darbietet. Wir biegenaber nach rechts ab und kommen durch einen lichten Birken-hain (Abb. 98), am steilen Abhang vorbei, zu dem oberenGartenteile, von welchem wir ausgegangen waren. Wir können
Encke, Hausgarten IO