LEITGEDANKE. LAGE DES GARTENS 129
Besitzer war Bauherr und Baumeister in einer Person. DerLeitgedanke für den Garten war der, daß es eben ein Haus-garten im besten Sinne des Wortes werden solle, in dem sichbehaglich wohnen lasse, der aber frei von gespreizter Reprä-sentation und von protzenhaftem Reichtum sein müsse. Vondiesen Gesichtspunkten aus hat der Verfasser unter Berück-sichtigung der Eigentümlichkeiten des Geländes diesen Gartengeschaffen. Wenn derselbe hier in etwas ausführlicherer Weisebesprochen und durch eine größere Zahl von Abbildungen er-läutert worden ist, als es bei den anderen der Fall war, so ge-schah es, einmal um darzutun, wie reich an malerischen Szenenein Garten sein kann, sodann um zu zeigen, daß die höchstenReize, die ein Garten aufzuweisen vermag, vielfach aus derglücklichen Vereinigung von architektonischen und natürlichenGartenmotiven erwachsen.
Das Gelände ist an dem nördlichen, steilen Ufer des male-rischen Griebnitzsees gelegen und umfaßt 3780 qm, davon ent-fallen auf den Garten ungefähr 3400 qm (Abb. 83). Auf zweiSeiten wird der Besitz von Nachbargärten begrenzt, an einerführt die Straße entlang und mit der vierten stößt er an dasWasser. Zwischen Straße und See ist ein Höhenunterschiedvon über 15 m, ein Umstand, der manchem als ein Mangel er-schienen wäre, welcher aber tatsächlich einer künstlerischenAusgestaltung nur günstig war. Das Gelände ist nicht gleich-mäßig geneigt, sondern es zerfällt seiner Höhenlage nach in dreiTeile, den oberen, mäßig abfallenden, den unteren, annäherndebenen am Wasser und den zwischen beiden liegenden, steilen Ab-hang. (Siehe den Höhenplan Abb. 103.) Das Grundstück enthieltglücklicherweise zahlreiche Bäume, besonders im westlichen Teile,welcher zumal am Abhänge waldähnlichen Bestand aufwies.
Encke, Hausgarten 9