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VORHANDENE WERTVOLLE MOTIVE
erscheinen. Auf Abb. 16 sehen wir eine Obstdarre in einemländlichen Pfarrgarten. Es wäre wirklich schade darum, wollteman das Häuschen aus dem Garten verbannen. Dagegen hüteman sich vor unwahren Theaterdekorationen, wie sie vor hundertJahren üblich waren und neuerdings von einzelnen wieder emp-fohlen werden. Die Zeiten der Mühlen ohne Müller und Pfarrenohne Pfarrer, die wohl einem Klein-Trianon gut standen, sindebenso vorüber wie die Schäferspiele, welche in jenen künst-lichen Dörfern und Einsiedeleien geübt wurden.
Daß sich all diese malerischen Gegenstände, wie sie hier Er-wähnung fanden, in einem Landschaftsgarten verwerten lassen,ist ohne weiteres klar. Sind sie aber auch im architektonischenGarten am rechten Platze? Ich glaube diese Frage bejahen zumüssen. Man betrachte zum Beweise die Abb. 115 in dem Ab-schnitte »Gartenhöfe.« Der Hof ist streng architektonisch ge-gliedert, und trotzdem wirkt die am Wasser stehende Weide,welche wie zufällig dort gewachsen erscheint, durchaus nichtstörend, sondern sie trägt wesentlich dazu bei, den Hof rechtlauschig und gemütlich zu machen. Ein ähnliches Beispiel,welches manchem bekannt sein dürfte, ist die mächtige Lindevor den Terrassen am Schlosse Linderhof in Oberbayern, welcheohne jede Symmetrie seitlich von den Treppenanlagen sich erhebt.
Bauliche Objekte kann man freilich nicht ohne jede Be-ziehung zu dem Aufbau eines architektonischen Gartens, wiezufällig, stehen lassen. Hier gilt es vielmehr, sie derartig bei demGartenentwurfe in Betracht zu ziehen, daß sie Hauptgegenstandeinzelner, räumlich beschränkter Szenen werden.
Die meisten der bisher erwähnten Momente sind für denGarten insofern günstig, als sie dem Entwerfer Gelegenheit geben,Individuelles in den Garten hineinzutragen. Anders ist es mit