Druckschrift 
1 (1840)
Entstehung
Seite
26
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Raum war Lothar It. verstorben , so bemächtigte «ich sein Oheim , Karl der Kahle dessen Reich, von demMeli die KrönurigsSladt und der Pallast Aachen die gewöhnliche Residenz waren , wahrend dass Ludwigder deutsche Karls Halbbruder zu Regensburg tödlich krank lag. ,

Als er von seiner Krankheit genesen , und sich etwas crhult halle , ging er 870 nach Frankfurt amMain , wo er dem Karl eröffnen Hess , dass er Aachen und das Reich Lothars zu verlassen oder Krieg zugewärtigen habe. Hierauf kam am 8. März zu Aachen durch gegenseitige Bevollmächtigte eine vorläufigeUebereinkunfl zu Stande, wonach das Reich Lothars friedlich gethcill werden sollte. ')

Ludwig wurde auf seiner Reise von Frankfurt nach Aachen in dem Königshofe Flamersheim -) in Rinu-arien durch das Einstürzen eines , von Holz aufgeführten Gerüstes oder Altans , der , als sich Ludwigmit einigen seiner Begleitung darauf befand , zusammenstürzte , stark beschädigt, 3j K ar i der Kahleeilto bei Annäherung Ludwigs von Aachen über die Maas zurück, von hier ans fanden zwischen beidenVerhandlungen Statt , worauf die Brüder , Ludwig nach Meerscn und Karl nach Herstall sich begaben , wosie dann 870 an einem zwischen diesen Königshöfen gelegenen Orle das Reich Lothars IL theiltcn, ohne dieAusbrüche dessen noch lebenden Bruders Ludwig zu beachten.

Ludwig erhielt zu seinem Anlheile unter andern die Abtei Korneli-Münsler an der Inde , die AbteiAachen (Münslcrkirchc mit dem Flecken) und den District Aachen, *) Von dieser Zeit an gehörte Aachennach Deutschland. Nachdem die Könige am 10. August von einander Abschied genommen , kehrte Ludwignach Aachen zurüek, wo er eine lange Zeit an den Folgen der zu Flamersheim erhaltenen Verletzunggefährlich krank war.

Am 17. October übergab Ludwig die ,,von seinen Aellern" auf einem Hügel (monliculum)bei unsermPallaste Aachen'' gebaute Kirche, welche er baufällig gefunden, dem Kloster Prüm. Ludwig dutirledie Kapelle mit drei Mausen, Weinbergen , und den Leibeigenen (Mancipia) beiderlei Geschlechtes , diedieselben bewirtschafteten; welcheunser Missus hier 5 ) bezeichnet hat," Auch schenkte Ludwig die Kir-

') Baluze T. I. pag. 221.

2 ) Flamersheim , im Kreise Rheinbach , Regierungsbezirk Köln.") Annal. Ilincmari rem. bei Pertz. I. c, T, I. pag. 487 und 88.,

4 ) Balnze l. c. T, 11. pag. 223. Jndam abbatiam de Aqv.is dislriclum Aque.nse. Dieser warvon einem weil grossem l'mfangCj als das nachherige Reich von Aachen.

fi J Hieraus folgt d:>ch wohl deutlich genug , dass die Weinberge bei Aachen gelegen waren. Aus demCapHular Karl d G. de vineis dorn. Baluze l- c. T. /. pag. 331 gi'ht herror, dass er bei sei-nen Meierhöfen und Pallästen D einherge anlegen Hess Noch am Ende des Uten Jahrhundertsverheerte und verbrannte eine Brabändische Armee die Weinberge bei Aachen. Siehe meine Schrift;Die königliche Kapelle. 1329. Seite CO05. Auch in den Bruchstücken der Stadt-Rechnungendes 14'. Jahrhunderts ist oft genug die Rede von dem hiesigen ll'cinbau.