Druckschrift 
1 (1840)
Entstehung
Seite
36
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A-ls der letzte Karolinger in Deutschland Hludwig, das Kind, starb, wählten sich die Deutschen ihrenKönig aus der sächsischen Dynastie, die mit Heinrich I. 9J9 den deutsehen Königsthron bestieg.

Giselbert (Gisilhrecht) Sohn des Reginhard erscheint als Herzog von Lotharingen. Er hing bald denDeutschen , bald den Westfranken an, je nachdem es ihm vortheilhaft schien ; denn sein Hauptstreben gingdahin , sich zum unabhängigen Herzog von Lotharingen zu machen. Doch wandte er sich bald entschiedenuf Heinrichs I. Seile, empörte sich gegen den WeslfranTcen König Karl, worauf die meisten Lothariu-ger ihn zu ihrem Fürsten erhoben , welche Wahl doch Karl vernichtete.

Nicht lange nachher entstanden in Westfranken und Lotharingen neue Unruhen. Der llerzog Giselbert undder Graf Otto mit einem Theile der Lothringer ergriffen gegen Karl die Wallen. Dieser verfolgte dieEmpörer , und Hess in den Jahren 921 und 922 Lotharingen , mit Plünderungen , Raub und Brandverwüsten, Jn Westfranken wurde der Graf llolbert gegen Karl zum Könige erhoben. Und als Karl Caprc-mons (XhcvremonlJ belagerte , sandte Rotbert seinen Sohn Hugo dem Giselbert zum Entsatz.

Jn einer solchen Zerrüttung und Verwirrung Lotharingens schien nur Heinrich helfen zu können. Dieserfassle nun den Plan die Lage der Dingo für sich und sein Reich zu benutzen , und suchte durch Unter-handlungen und friedlichen Vergleich seine Absicht zu erreichen.

Jm Anfange des Jahres 923 kam Heinrich I, mit Rotbert im Ripuarischen Gau am Ruhrflusse ([wahr-scheinlich in Jülich) zusammen , und schloss mit ihm einen Freundschaftsvcrlrag. Die Lotharinger warennoch gctheilt. Einige waren der Parthei Rotbcrls ergeben, andere kämpften für die Rechte Karls. Dochbald kam es zwischen beiden bei Soissons zur entscheidenden Schlacht. Rotbert ücl im Treffen, Karl undseine Lotharinger aber wurden besiegt.

Den besiegten Karl verliessen nunmehr seine lelzlcn Anhänger in Westfranken, und die ihm bisher treugebliebenen Lotharinger. Karl gerielh sogar in die Gefangenschaft des Grafen Heribert. Mit dem an derStelle des in der Schlacht gefallenen Rotbert zum Könige in Westfranken gewählten Ruodolf p-eriethHeinrich I. in Krieg.

Mehre der Lotharingischen Grossen, welche sich der Hoheit Ruodolfs nicht unterworfen halten riefen denKönig Heinrich gegen dessen TJebermacht zu-Hülfe. Heinrich ging am Ende des Jahres über den Rheinund belagerte in Verbindung des Herzogs Giselbert die Stadt Metz. Lotharingen wurde von den Deutschengräulich verheert. Mehre Grossen der Lotharinger traten auf Heinrichs I, Seile. Dadurch Rewann Heinrich