Druckschrift 
1 (1840)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

U 0 V ttl 0 V t

Die Geschichte der Stadt Aachen ist durch Chronik- und Geschichtschreiber sehr verwirrt und verdunkeltworden, welches wohl hauptsächlich daher entstanden sein wird , dass man die Dichtungen eines Pseudo-Türpin zum Theil für wirkliche Begebenheiten , und das vermeinte Privilegium Karls d. G,ein Hachwcrk , das den Zeiten Friedrichs 1. anzugehören scheint für Acht und eine haareMünze gehalten hat, statt dasselbe vor UrtheiU frei und kritisch zu würdigen.

Auch waren die Zeiten, in welchen unsere Chroniken-geschrieben worden sind, noch nicht geeig-net für ein kritisch- historisches Studium. Man schrieb nur zusammen , was man hei andern Schrift-stellern gedruckt fand, oder gar was den Verfassern mündlich mitgetheill winde, unbekümmert, obdas Gelesene oder Mitgetheilie richtig oder wahr sein könnte.

Hie Aachen aus einem Pallasle zu einem Flecken , dann zu einem königlichen Ort und einer Stadtgeworden , in tvelchen Verhältnissen die Einwohner gegen den Hof, dessen Ministerialen, und gegenihte Mitbewolmer gestanden , wie nachher die Stadt zu einer Reichsstadt geworden u. s, w. Allesdieses war aus dem Bereiche der obigen Schriftsteller gelegen. Ebenfalls war bei ihnen der Gedank/iweil entfernt, nach welchen Gesetzen oder Gewohnheiten die Einwohner damals gelebt, wie deren Verhält-nisse unter den verschiedenen Königsstämmen waren, und wie sie sich zu einer Gemeinde und Munizipal-Verfassung allmählich ausgebildet haben.

Der Verfasser dieser Geschichte hat sich aller Ansichten und Meinungen früherer Chronik- undGeschichlschreibcr über Aachen entfernt gehalten, und nur auf die urkundlichen Beweise als diehöchsten und einzigen Rücksicht genommen. Dabei hat er doch die ältesten und ivichtigsten Schrift-steller zu Rathe gezogen. Ein mehr als 30jähriges Studium der Aachener Geschichte, der er seineganze Müsse gewidmet, und dessen Resultat er in mehren Monographien dem Publicum nach und nachmitgetheilt hat , haben ihm endlich den Heg geebnet , eine Geschichte der Stadt Aachen zu geben ,in welcher nur urkundliche Beweise reden , und wo diese Lücken lassen, - hat der Verfasser, gestütztauf die Zusammenstellung der Vor- und Folgezeit, diese auszufüllen gesucht.

I iele Urkunden zur Erläuterung einzelner hier erwähnten Gegenstände werden im zweiten Bandegegeben. Wie fast Alles auf dieser Erde Widersprüche findet, so wird es auch dieser Geschichte ansolchen nicht fehlen. Doch hierauf üt der Verfasser gefast, und wird sie nach ihrem Gehalt zuwürdigen wissen,

Aachen den 21. Noicmbcr 1839..>