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noch von Dotationen an dieselbe. Allein wenn auch der König Pippin während seines Aufenthaltes in demgenannten Pa'.laste den Gottesdienst in der Kapelle von den an seinem Hofe sich immer aufhaltenden Geist-lichen hat verrichten lassen , so hatten sich doch damals schon einige bei dem Pallaste angesiedelt, denenzu ihrem Gottesdienste und ihrer Seelsorge , besonders bei Abwesenheit des Königs stabile Priester erforder-lich waren. Dass die Ansiedelung bei dem Pallast erst 'mit Karl d. G, angefangen habe, lässt sich dahernicht annehmen, weil Einhart den Ort ein Flecken Vicus x ) nennt und ein Flecken ist, besonders zu diesenZeiten nicht unter der Regierung eines Königs entstanden.
Aller Wahrscheinlichkeit nacli sind die , in der gemelten Kapelle fungierenden Priester von den Ein-künften des Pallastcs beköstigt worden , yon welchem sie den der Kapelle westlich dicht angelegenen Theildesselben bewohnten. Vielleicht waren diese Geistliche ursprünglich Mitglieder des von dem Hausmei-er Pippin auf einem steilen Felsen 2 ) an der Mündung der Vcsdre in die Maas gegründeten , unddotirten Klosters , und erkannten dessen Abt als ihren geistlichen Vorsteher. Dieses Dafürhalten wirddadurch wahrscheinlicher , weil beide Kapellen — die zu Aachen und die zu Chevremont — derJungtrau Maria , Mutter des Hsilandes gewidmet waren, und weil die in der Nähe von Chevremont gele-genen Palläsle , Jupille und Herstal von jeher den Karolingern gehörten. 3 )
Nachdem Karl d. G. Pallast und Kapelle von Grund aus hatte neu erbauen lassen, machten diese Geist-liche ein selbständiges und von Chevremont unabhängiges Kloster aus, und wählten sich aus ihrer Mitteeinen Abt , unter welchem sie nach der Regel des h. Benedict lebten.
Seit dem häufigen Aufenthalte Karl d. G. und Ludwig des Frommen in dem Pallaste Aachen nahm dieZahl der Einwohner des Fleckens beträchtlich zu. Daher wurden im gleichen Verhältnisse mehre Geistlichean der Kapelle erforderlich, indem dieselbe die einzige, nnd also auch die Pfarrkirche im Ortewar , und die Bencdictiner an derselben die Seelsorge sämmtlicher Bewohner zu besorgen hatten. Weilnun jene aus bestimmten ihnen angewiesenen Gefallen des Pallastcs ihren Unterhalt und ihre andere Be-
1 ) Vicus , vici caslella et pagi sunt , qui nulla dignitatc civitatis honorantur sed rulgari hominum
coetu incoluntur, du Cange Glossar,
2 ) Nachher Chevremont bei Lüttich genannt.
3 ) Dass nach Peter a Beeck, in seinem Aquisgranum , und aus diesem Gelenius de magnitut. urhis
colon t , die K. Fr, Meyer in seinen Aachenschen Geschichten S. 91. Note 1, ah seine Gewähr-»länner anführt , Karl d. G, 20 Geistliche aus dem Kloster Sinzich an der Ahr ohnweildem Rheine an seine Ilofkapellc Aachen versetzt habe , ist durchaus unhaltbar; denn die beidenGeschichtschreiber geben keine Quelle ihrer Sage an , und weder Einhart , Karl d. G. Biographnoch eine Urkunde des Miinsterstiftes thun Meldung von derselben, die bestimmt daher entstan-den ist, weil die genannten Schi iftsteller dafür hielten, dass vor Karl d. G, weder ein Pallastnoch eine Kapelle Aachen gewesen seien, und die Schenkungs-Vrkunde , mit welcher der Kai-ser Lothar 855 Sinzich der Münsterkirche gab , nicht angesehen haben, Codex diplom, aquen.N, 3. pag. 3.