~ 8 —dürfnisse bestritten , so roussten auch ihre Einkünfte vervielfältigt werden, welches dann nach und nachgeschehen ist, wie die Urkunden 42 und 43 nachweisen '), hierin werden wohl die Dotationen Karl d. G.und Ludwig des Frommen , von denen die Geschichtschreiber Meldung thun , bestanden haben, Die ersteGüterschenkung an die Kapelle irn Pallasle Aachen ist, wie schon oben angedeutet , vom Jahre 854. 2 ).Der König Pippin starb am 24 September 7G8. Fünfzehn Tage nachher wurden seine Sohne zu Köni-gen ausgerufen , als Karl in seinem 27 Jahre war. Am 25 Decemher des gemeldeten Jahres feierteKarl d. Gr. das Weihnachtsfesi in dem Pallasle Aachen. 3 ) Arn 13. Januar 7G9 schenkte er allda derVbtei Sl, Denis , in deren Kirche sein Vater der König Pippin, beerdigt worden war , das St. DeodatKloster im vogesischen Walde. 4 )
Der eben gemeldete Pallast ist bestimmt nicht der gewesen , welchen Karl d. Gr. hat bauen lassen.Ebenfalls geht aus Obigem deutlich genug hervor, dass vor Karl ein Pallast dachen exislirt hat. Jnwelchem Jahre aber Karl mit dem Bau des neuen Pallastcs angefangen hat , ist aus Mangel Jer Nach-richten darüber nicht genau zu bestimmen. Nach den Chroniken soll Karl denselben haben errichten las-sen 795 bis 97. Vermuthlich hat aber der Bau desselben im Jahre 778 angefangen.
Einbart, insgemein Eginhardt genannt, sagt nur: „Karl halle Vorliebe für Aachen, vorzüglich derwarmen Quellen wegen, denn er ergötzte sich an den Dämpfen der von Natur warmen Gewässer, indemer seinen Körper durch häufiges Schwimmen übte , worin er so rreschickt gewesen , dass ihm hierin mitRecht keiner vorgezogen werden mag, deshalb baute er zu Aachen seinen Königssitz., und wohnte allda inden letzten Jahren seines Lebens fortwährend bis an seinen Tod. 5 )
Nach den Trierischen Gcsla e ) soll Karl d. G. viele Prachlwerkc von Marmor und Mosaik , die nach derfünfmaligen Zerstörung und Verheerung der Stadt Trier , noch übrig waren, von dort habe abfuhren lassen,um seinen Pallast Aachen zu zieren.
Vom Jahre 769 bis 777 scheint Karl den Pallast Aachen nicht besucht zu haben. Erst im Dezember
') Codex dipl, aquen. pag. 29. und 30-
-) Cod. dipl. aquen. N. 3. pag. 3.
s ) Annal, Laurcsheim, in villa , quae dicilur aquis. Einhardi Anna!. Aquasgrani bei Perlz. I, c.pag. 14G und 47.
4 ) Uouquet scriplorcs verum gallicarum. T V, pag. 712. Böhmer Regesta chronologico-diplomalicaKarolormn. Frankfurt am Main 1833. Da dieses Werk die Belege zu meiner Geschichte chro-nologisch enthält , und sie vollständig und richtig nachweiset , so kann ich fuglich die vielenNoten der Cilaten in dieser Schrift weglassen, indem man sie in der von Böhmer leicht nach-sehen kann.
s ) Einhardi vita Karoli M. er recensione Pertzii, Ilannov. 1829. pag. 42. nach der l'ebersetzungvon Klinisch in Karl d. G. von Btcdow Altana 1814.
'•) Gesta Trcrirorum iniegra roh A pag* 81. Edit. nora de 1836. Erehcr in commentario ad Auso-nium mosclIanuM,