Druckschrift 
1 (1840)
Entstehung
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welche Dr. Fiedler, Gymnasial-Oberlchrcr in Wesel , in der Rheinischen Flora vom Jahre 1826 N°. 190so herstellt :

FORTVNAE ET.

TVTELE. LOCI. CA.

NDDNIVS, GAIVS.In u I VIR. AVGV.der Glücks- und Schutz-Göttin des Ortes hat der Kaiserliche Priester Candidinius Gajus seine Gelübde gelöst/'

Als man in dem folgenden Jahre mit der Kanal- und Röhrenleitung anfing, sticss man in der besagtenStrasse unweit des Kaisersbades auf römische Fundamente von ausserordentlicher Festigkeit, welche mit denbald darauf folgenden unterirdischen Felsen die Arbeit nicht wenig erschwerten.

Die gesagten Grundmauern bestanden aus zwei übereinander liegenden und auf mehren kleinen viereckigenPfeilern ruhenden Gewölben , welche einen Raum von 17 Fuss Länge und eben so viele Fuss Breite ein-nahmen , und aus vielen Backsteinen von antiker, vielfältiger Gestalt, von denen einer mit LEG. VIVrC. (Legio Vi. viclrix) gestempelt ist.

Solche Backsleine sind mehrmals bei Anlegung von Kellern , Regenwasser-Behältern u. s. w. unter dender untern Büchelslrasse rechts gelegenen Häusern in Menge gefunden worden , die wohl zum Abflüsse desWassers der Bäder gedient haben werden. Ebenfalls fanden sich vor ungefähr 6 oder 7 Jahren unter deman der Mislgasse gelegenen Hintergebäude des an der Kölnerslrasse befindlichen Hotel de l'Europe solcherömische Backsteine.

Im Jahre 1838 wurden durch Graben nach Lehm, in einem der Sladt südwärts t jenseil des vom Adal-hertslhore nach Bartscheid führenden Vcrbindungs-Weges , in der Richtung nach der Frankenburg, gele-genen Felde , Reste einer Römer-Wasserleitung entdeckt. Die aus gebrannter Erde bestehenden Röhren,durch welche das Wasser fortgeleilel worden ist, lagen zwischen zwei festen Mauern, die aus Bruchsteinenaufgeführt waren , welche mit Kalk , worunter Wassersand mit Kieselen gemischt , verbunden waren. Jededer besagten Röhren war, ohne ihre Fugen, zwei Fuss lang und 10 Zoll hoch.

Die Platten , mit welchen die Wasserleitung überdeckt gewesen war, fehlten. Sie weiden wohl in frü-hem Zeilen zu einem andern Gebrauche weggenommen worden sein. Einige der Röhren waren auf demobern Bande mit dem gemeldeten Legions-Stempel versehen. Die sechste Legion wird wohl lange hier ge-standen haben. Sie kam unter Domilian in die Gegenden des linken Rheinufers gegen den balavisehenEmpörer Civilis und dessen Anhang. Zu welchem Gebrauche diese Wasserleitung den Römern gedient habe,kann nur vermuthet , aber schwerlich gründlich erwiesen werden. Dass durcli sie der römischen Nieder-lassung trinkbares Wasser soll zugeleitet worden sein, lässt sich nicht annehmen; denn nur in der altenoder innern Stadl finden sich Spuren vom Aufenthalt der Römer , die aber von der mehrgemeldelenWasserleitung durch ein nicht enges Thal getrennt , das durchflössen wird, von dem Paubaehe, der in diesenZeiten , mit dem Paunellbaehe einer und derselbe war. Vielmehr scheint hervor zu gehen , dass die