_ 4 —
Römer vor clor jclzigen südlichen Stadtmauer ihre Steinbackciei gehabt , zu welcher diese Wasserleitungihnen gedient habe.
Bei der Anlage der Gärten hinter den in der Neustrassc vor der Stadt links gelegenen Häusern ist einegrosse Anzahl Bruchstücke solcher aus gebrannter Erde bestehenden Backsleine ausgegraben worden. DieseGegend ist an solcher Tbonerde «ehr ergiebig. Andere meinen dass hier eine grossarlige Anlage der Römergewesen sei.
Im Anfange des Uten Jahrhunderts wird in Urkunden einer Mauer erwähnt, die in der damaligen hie-sigen Volkssprache Bruel genannt wurde , welche aber nachher so verschwunden ist , dass man nicht genaumehr wusste , wo sie eigentlich gewesen., und was man aus ihr machen sollte.
In der Urkunde Heinrichs II. vom Jahre 1018 ') , mit welcher er an die Abtei Burlscheid schenkte dasTerritorium , welches die Herrschaft Burlscheid bildete , heisst es bei deren Grenzbezeichnung : von demKreuze bis an die Mauer Bruel , dann durch die Wiese des Münsterstifts bis an die Worm , und jen-«cit der Worm bis zu der andern Mauer -), fort durch die Wiese des gemeldeten Stifts bis in den Ecver-bach. 3 ) Diese andere Mauer für eine Forlsetzung der Mauer Bruel zu halten, lässt sich so leicht nichtannehmen , mit einer andern Urkunde des genannten Kaisers von demselben Jahre schenkte er dem vonihm dotirteu Adalbcrtsstift , was von der Mauer Bruel dem Stift zu gelegen war, ohne die schon früher andie Münsterkirche geschenkten Wiesen auszunehmen, die doch zu der Herrschaft Burtscheid nie gehörthüben. Hieraus folgt doch ziemlich deutlich, dass nur die erste Mauer und nicht die zweite Bruel genanntworden ist.
Die Mauor Bruel machte nach der ersten Urkunde die Grenze zwischen der Besitzung der Abtei Burt-scheid und der des gesagten Stifls. Diese Grenze durchschnitt den obigen Kanal, und zwar, wo die MauerBruel war , sie mag nun mit diesem Kanal in eine Verbindung gestanden haben , oder eine Hervonagungdessen Mauerwerks gewesen sein oder nicht. Es ist genug , dass hier die Scheidung zwischen des AachenerReichs und der Herrschaft Burtscheid gewesen , und noch zwischen den Bürgermeistern von Aachen undBurlscheid ist. Jenseit der Worm machte der alte Lauf des Beverbaches von jeher die Grenze aus.
Die hiesigen Ansiedelungen der Römer wurden im 5ten Jahrhundert nach Christi Geburt durch die Ein-fälle der Vandalen, Alanen, Sueven und andern barbarischen Völker in das römische Ober- und Nieder-Gcrma-nien , und einen Theil von Gallien , wie an andern Orten , zerstört. Kaum waren aber diese Zerstörungs-Kinfällc vorüber, so zogen die heimathlichen Ställen nicht nur die noch übiig gebliebenen allen Einwoh-ner wieder an , sondern die Eroberer Hessen sich auch dort nieder , denn aus deren Trümmern entstanden
') Siehe Geschichte der Reichs-Abtei Burlscheid. 1834. Seite 204. Urk. 4.s ) Dass diese Mauer auch Bruel genannt worden ist , sagt die Urkunde nicht,
s ) Schade, dass die Schenkungs-Urkunde dieser Wiese an die Münsterkirche nicht mehr vorhandenist, sie würde uns über diese Mauer mehr Aufklärimg geben.