Druckschrift 
Über Stadt und Stift Werden und dessen Verhältnisse zu den Grafen von der Mark : staatsrechtlich bearb.
Entstehung
Seite
309
Einzelbild herunterladen
 

3092) Von Friederichs des erſten Königs vonPreussen und seines Nachfolgers menschli-chen Geſinnungen hatte die Reichsabtey Wer-den die unverkennbarsten Beweise; wer aberder Miniſter von Jlgen war, ſolches ergibtſich aus der nachſiehenden Schilderung.Durch den Weſtphaͤliſchen und diefolgenden Friedensschlüsse erhielt dieKunst zu unterhandeln nebst der Leh-re von Gesandten=Rechten und Pflich-ten eine bestimmte Bildung. Beson-ders liebte man nach dem Beispieledes 14ten Ludwigs ꝛc. Wortklaube-reien und Spitzfindigkeiten, bemühteſich den Gegentheil zu uͤberliſten, undtrotz aller Clauselen und Cautelen ei-nen Schlupfwinkel offen zu laſſen,wodurch man den feirlichsten Zusa-gen, ohne offenbar wortbrü-chig zu ſcheinen, entgehn konnte.So wird von des Königs in Preuſ-sen Friederichs 1. Minister vonIlgen als eine vorzügliche Eigen-ſchaft gerühmet, daß Niemand diezweideutigsten Ausdrücke sowohl imSprechen als im Schreiben beſſer zugebrauchen verstanden habe, als er;daß er in Ansehung der Eidschwuͤ-re nicht sehr gewissenhaft gewesen sey,und sie eben so leicht gebro-chen als gethan habe.Bischof Lehrer der Rechte und derPhilosophie zu Helmstädt S. 75.wo er ſich auf von Pöllnitz Memoi-ren