210Schmeicheltand, und übertünchtes Wortgeprängeverfängt bey ihnen nicht; sie haben lange nichtWitz genug, sich überwitzigen zu lassen. Wer beydem glücklichsten Volke auf Erden Gruppen vonLandleuten unter einer Eiche versammlet, die An-liegen des Staates besorgen, und durchgängigmit Weisheit besorgen gesehen hat, der kann sichkaum enthalten, die Durchtriebenheit andrerVölker zu bemittleiden, die mit so großem Auf-wande geheimnißvoller Kunst sich berühmt,und — verächtlich machen.Ein Staat, der nach jenem Geiste regiertwird, hat nicht viele Gesetze vonnöthen. So-bald sich die Nothwendigkeit eines neuen Gesetzeshervorthut, sieht sie ein Jeder ein. Wer es zu-erst in Vorschlag bringt, spricht nur aus, wasdie andern alle schon empfunden haben; und esbedarf weiter keiner Bewerbung, noch Wohl-redenheit, etwas zum Gesetze zu machen, wasjeder für sich schon zu thun beschlossen hat, sobald er gewiß seyn kann, daß die andern eshalten werden, gleich ihm.Was die Staatsklügler am meisten irremacht, ist: daß sie überall nichts, als ursprüng-lich verdorbene Staaten vor Augen haben, undin diesen die helle Unmöglichkeit sehen, eineähnliche Einrichtung zu versuchen. Sie habenihre Lust, sich die Dummheiten vorzubilden,
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Ueber den Staatsbürgervertrag oder Grundsätze des öffentlichen Rechtes
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210
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