192Gesetzen immer bessere, aus schlechten aber nochschlechtere entspringen müssen. Das Gleichgül-tige: „was kümmert es mich“ wenn von Staats-anliegen die Rede ist — ist allemal ein Zeichen,daß der Staat äußerst verdorben.Die Erkaltung der Vaterlandsliebe (XX), dieStrebsamkeit des Eigennutzes, die übermäßigeGröße der Staaten, die Eroberungssucht, dieRegierungsmißbräuche — alles dieses mag wohlzur Erfindung beygetragen haben, sich in denNationalversammlungen sogenannter Deputirten,oder Stellvertreter des Volkes zu bedienen. Ineinigen Ländern findet man keinen Anstand, jeneden dritten Stand (tiers-état) zu nennen.Das Privatinteresse der höhern Stände behauptet also die erste und zweyte Stelle; das öffent-liche Interesse wird auf den letzten Platz ver-wiesen.Die höchste Gewalt kann nicht vertreten wer-den, aus demselben Grunde nicht, warum sieauch nicht veräußert werden kann. Sie bestehtwesentlich im allgemeinen Willen, und ein Willeläßt(XX) Richtige, in unsern Zeiten besonders zu beherzi-gende, Bemerkungen über die Ursachen dieser Er-kaltung hat Garve in seinen Vers. über versch. Ge-genst. (II. Th. S. 18 — 20. und S. 140 — 144.)eingestreut. Herder Br. zu Beförd, d. Humanität.5te Samml. S. 124 — 148.
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Ueber den Staatsbürgervertrag oder Grundsätze des öffentlichen Rechtes
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192
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