191ihr werdet balde Fesseln haben. Das WortFinanz ist ein wahres Sklavenwort; imIdeal einer Republik kommt es nicht vor. InFreystaaten, wie sie seyn sollten, bringen dieBürger alles mit ihren Aermenn, nichts mit Geldezu Stande; statt sich von ihren Pflichten loszu-kaufen, würden sie Geld geben, sie selbst zu er-füllen. Ich weiß, wie sehr ich hierin von derherrschenden Meynung abweiche; aber mir scheintes gewiß: Frohndienste für's Vaterland sind derFreyheit lange nicht so zuwider, als Abgaben.Je vollkommener eine Staatsverfassung ist,desto mehr haben auch, im Urtheile der Bürger,die öffentlichen Angelegenheiten vor den privatenden Vorzug. Es ſind da der Privatangelegen-heiten so gar viele nicht, weil von der Summeder allgemeinen Wohlfahrt ein größerer Theil aufdie Wohlfahrt jedes Einzelnen zurückfließt, undalso für die Privatwünsche weniger übrig bleibt.Daher der rege Eifer, womit in wohlgeordnetenStaaten die öffentlichen Versammlungen besuchtwerden. Unter einer verdorbenen Regierung fühltkeiner nur den Trieb, desfalls einen Schritt zuthun. Denn keiner nimmt Antheil an dem, wasverhandelt wird; jeder weiß schon zum Voraus,daß der allgemeine Wille die Oberhand nichtbehält; auch hat jeder an eigenen Haussorgenschon genug. Hier zeigt sich, wie aus guten
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Ueber den Staatsbürgervertrag oder Grundsätze des öffentlichen Rechtes
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