180Um indessen jeder Sache ihren rechten Nah-men zu geben, so nenne ich den, der sich dieGewalt eines Königs anmaßt, einen Tyrannen;und den, der sich Eingriffe in die höchste Gewalterlaubt, einen Despoten. Derjenige ist also einTyrann, der sich widergesetzlich eindringt, umgesetzmäßig zu regieren; und derjenige ist einDespot, der ſeinen Willen zum Geſetze macht,und sich selbst über die Gesetze hinwegsetzt. EinTyrann ist also nicht immer ein Despot, aberein Despot ist immer ein Tyrann.XI.Auflösung des politischen Körpers.Jede Verfassung, sie mag noch so fest ge-gründet seyn, sinkt unnachläßlich ihrer Auflösungdas gemeine Beste regiere. Allein durchgängishaben die griechischen Schriftsteller das Wort Tyrann doch im obenberührten Sinne gebraucht, wiebesonders aus Xenophons Hieron zu entnehmen ist;und zudem würde aus der Unterscheidung des Ari-stoteles folgen, daß es von Anbeginn der Weltnoch niemal einen König gegeben habe. — — Ichsehe die Schlußkette nicht, woraus R. diese Folgeherleiten konnte; im Gegentheil, wenn es auchvom Anbeginn der Welt nichts, als lauter Tyran-nen gegeben hätte, so würde daraus folgen, daßderjenige, der für das gemeine Beste regiert, umdesto mehr den Nahmen eines Königes verdiene..
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Ueber den Staatsbürgervertrag oder Grundsätze des öffentlichen Rechtes
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180
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