Druckschrift 
Der Wandrer : 12 Gespraeche
Entstehung
Seite
23
Einzelbild herunterladen
 

In finsteres verliess, zum knecht mein feuer

Erniedrigten und sinnlos schwatzten von

Gesetz und sühne! was der Alte nur

Als wundergaukelspiel vermocht, zu lohn

Und strafe seiner heiligen und sünder

Die ihm die schleppe leckten oder traten:

Mir glückte das geheimnis zu entsiegeln

Das alle götterhände band, ich brachs:

Erzeugte wissen aus erbrochnem schoosse

Und trieb den wölfischen söhn zum neuen werk.

Da fuhr der Freie Nimmersatte aus

In alle höhen tiefen breiten glimmte

Sein gieriges äuge, weckte was noch schlief,

Entband die keime, trennte das gewachsne,

Zerspliss die nähte und zerklob die härten,

Entmischte mischte säure salze lauge

Und aus zerteiltestem ein neues ganzes,

Aus weichem härtestes, aus körnchen gröbstes,

Und aus unschuldigstem die gifte brauend

Schuf er mit mir das werk aus stahl und glas.

In ihm ward das gewächs besiegt: die mutter

Des Wachstums ward zur dienerin in kolb

Und kessel, treibt die stampfenden

Gestänge mit gestöhne knirschen ächzen

Und aus dem gähren zischen brodeln quillen

Nach vorgedachter zahl und sichrem riss

Gebilde reinster glätte reinsten Stoffes

In ungeheurer nie erahnter fülle.

Wo eh das dumpfe Wachstum im lebendigen

Unsauber bindend die geschöpfe ballte

23