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milie?« — Als Noema so fragte und im Kreise umhersah,sprach einer der Zuhörer: »Wenn mehre Leute in einemHause beisammen wohnen.« „Oh?« rief ein Anderer —„diese Definition ist blos von einem äußern.Umstande ge-nommen, der zufällig ist, und sie dürfte wol etwas zu weitsein, indem sie die Jnwshnerschafte» der Klöster, Kasernen,Spitäler und aller Häuser der großen Städte mit einschließt.Ich meine daher: Familie sei Mann, Frau, Kinder undDienstleute zusammengenommen.« „Zwar beßer« fiel dieLehrerin ein — „aber es zeigt sich da der entgegengesezteFehlet; diese Erklärung ist etwas zu enge, und sie gibt blosdie Glieder, nicht aber den inneren Charakter der Familiean. Gesezt, der Mann stirbt, bilden jezt die Ubriggebliebe-nen keine Familie mehr? oder beide Eltern sterben und derälteste Bruder führt das Hauswesen; gilt diese häuslicheGesellschaft nicht auch für eine Familie? — Ah! sagte einDritter: Mehre Personen, die nach ihrer Abstammung zu-sammengehören und zusammenleben, werden eine Familie ge-nannt. „Verzeihe mir, Freund!« versezte die Meisterin,„Du bist zwar abermals um einen Schritt näher gerükt,aber noch hast du es nicht ganz getroffen; denn Mann undFrau mir ihren Dienern, aber ohne Kind, machen dennochschon eine Familie aus; und doch kann man nicht sagen, daßdiese Personen ihrer gleichen Abstammung wegen zusammengekommen sind. So höret denn, Freunde! — Wenn ihr et-was erklären wollet, so fraget vor allem euch selbst, wasdie Sache sei, in welcher Gattung von Dingen sie stehe, unddann erst, wodurch sie sich von den übrigen koordinieren Ar-ten ihrer Gattung wesentlich unterscheide; denn was diealten Logiker sagten, das gilt auch jezt noch: das Zenusproximum und die «lisserentiu ultiwu, zu deutsch: dienächste Gattung und der lezte Unterschied einer Sache, dassind die zwei notwendigsten Bestandteile einer guten Defini-tion. So saget an, was ist die Familie? — Sie ist, wieihr wol schon in schwachen Zügen bemerkt habt, eine Vcr-