17
bildet am häufigsten der Naturforscher durch die geordneteAneinanderreihung der Thiere, Pflanzen und Mineralien,und bauet hiebei aus mehren Individuen eine Art, ausmehren Arten eine Gattung, aus mehren Gattungen einGeschlecht, aus mehren zu einander gehörigen Geschlech-tern eine Ordnung, aus mehren durch ihre Charakterezusammentreffenden Ordnungen eine Klaße, die wiedermit mehren andern ähnlichen Klaßen ein ganzes Reich vonNaturalien ausmacht. Solche Begriffsleitern oder Sistemeder Fiflker sind mehr oder weniger glüklich ausgedacht, siesind oft nicht in der Natur zu finden, stimmen mit derwirklichen Disposition ihrer Gegenstände nicht überein, undbestehen nur im Kopfe desjenigen, der sie aufzustellen ver-suchte. Auch kann solch ein naturhistorisches Sistem nie inseinem ganzen Umfange uns auf ein Mal vor das Augetreten, sodaß mir — außer dem Naturalienkabinet — alleGegenstände desselben mit einem einzigen Blik übersehenkönnten. Denn Thiere und Pflanzen sind auf der ganzenErde zerstreut und nur dem menschlichen Verstände ist es ge-gönnt, sie alle in dem winzigen Raum seines Wohnsizes inschönster Ordnung zusammen zu stellen. Zwischen dem imGeiste aufgerichteten Bau und den Gegenständen selbst liegendie geordneten Sammlungen aufbewahrter Leichen jenerNaturkörper, die somit ein schwaches Conterfei des natür-lichen Sistemes sind. Aber ein anschauliches, mit einemeinzigen Blik zu übersehendes Bild, und zugleich das voll-kommenste Muster einer Begriffslciter, eines organischenGanzen oder eines Sistemes, ist ein wolgegliedertes undwolgeordnetes Herr, wo die gemeinen Krieger in Manipeln,diese in Cohorten, diese wieder in Legionen und mehreLegionen in eine Armee gereihet sind, und mit ihren An-führern, die da die Gemeinbegriffe vorstelle» und denenwieder der oberste oder generale Anführer voransteht,ein Gegenstand unseres Sinnes und unserer Anschauungwerden.
L