IV
wie eine lichtvolle Erscheinung zur Seite stehen. Ihr wer-det hierauf, von unnennbarer Sehnsucht ergriffen, ihremfreundlichen Winke mit Ehrerbietung folgen; sie wirdeuch auf die weithin gebietende Terrasse vor die Karyatidendes Palastes führen, dort unter den Symbolen des be-flügelten, löwenstarken und allernährenden Gedankenssich »iederlaßen und euch in traulicher Unterredung ihrewerthvollen Geheimniße eröffnen.
Der diese Worte an euch richtet, meine theurenFreunde! hat in seiner Jugend Noema's heiligen Ver-sammlungen oft beigewohnt und mit der unnachahmlichenLehrerin in feierlichen Stunden der Weihe gesprochen,lind seitdem sie ihn begünstigt, ihn mit ihrer Huld be-glükt, entstand in ihm der unbezwingbare Trieb, ihresegenreichen Geschenke den heranreifenden Söhnen seinesVaterlandes mitzutheilen. Denn „czuem tu, Nelpomeue!«einel plaeicio Inmine videris, illum eto." wen sie ein-mal mit liebendem Auge angeblickt, der bleibt sein gan-zes Leben hindurch ihrem Dienste geweiht, dem erlischtalle Begierde nach dem Niedern und Gemeinen, wofür inseiner Brust die wonnereichen Gefühle der Wahrheitsich entzünden.
So höret denn, meine Geliebten! was Roemaspricht, wie sie die aufstrebenden Geister zum Denken an-leittt und dadurch in die unabsehbaren Bezirke des Wis-sens führt, zugleich aber auch ihren eifrigen Verehrernzeigt, die daselbst durch unabläßigen Fleiß errungenenSchäze in einem thätigen und fruchtbringenden Leben zumGlüke Anderer zu verwenden.