Macht es Euch bequem im Schlosse,
Bis daß ich Euch rufen lasse."
Kaum hat sich die Thür geschlossenHinter Hugo, als der GattinEr den Brief reicht: „Soll mit Richard,Der so tödlich mich beleidigt,
Frieden schließen, also schreibt derErzbischof von Trier mir. — SoGern ich auch sein Wünschen achte,
Nie reich ich die Hand zum FriedenDem, dem Rache ich geschworen!" —
„Lange schon war es mein Wünschen,War schon lang mein heimlich Sehnen",Sagte Irmgard zu dem Gatten,
„Daß Du mögst in Frieden lebenMit dem Bruder. Was die MutterEinst ins Herz Euch Kindern legte,Jenes Samenkörnlein „Liebe"
Soll zur schönen Blüte werden,
Und nicht soll der Haß es töten.Walther, denkst Du Deiner Mutter,Weißt Du noch, wie sie Euch herzte,Dich und Richard, und Euch küßte?Weißt Du noch, wie Ihr gelobtet,