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vorigen Jahrhundertes dem allgemeinen Naturgesetze sich entzogenhaben? Und doch darf man sagen, dass jene Spanne Zeit vor derRevolution, die letzten dreissig Jahre der alten Monarchie, für dievornehmen und reichen Familien eine Epoche heiteren Glanzesund beglückten Lebens waren. So merkwürdig hatten sich geistigeFrische, Leichtsinn und eine gewisse sinnige Anmuth des Lebensnoch nicht miteinander verbunden.
Aber die gewaltige Fluth von 1789 schwemmte diese ganzeWelt hinweg. Es fehlte der alten Gesellschaft nicht an Muth,aber an Kraft und Einigkeit, um mit Erfolg Widerstand zuleisten. Wie viele edle und unschuldige Menschen, die einst dieZierde der Gesellschaft gewesen, starben auf dem Blutgerüste!Wie Viele flüchteten in’s Ausland, wo sie Armuth und Elenderwartete! Und vielleicht waren diese weniger zu beklagen, alsdie Familien, welche genöthigt waren, im Lande zu bleiben unddie misstrauische Aufsicht der Jacobiner zu erdulden. WelchesLeben steter Bedrängniss und täglich erneuter Sorge hatte dieGräfin — nein, die Bürgerin Boufflers — das „Idol des Temple“,wie man sie einst nannte, durchzukosten! Sie wohnte mit ihrerSchwiegertochter in Auteuil bei Paris und that ihr Möglichstes,um nicht verdächtig zu erscheinen. Die beiden Damen spendetenGeld zur Ausrüstung des Heeres, das gegen ihre politischenFreunde, die Königstreuen in der Vendde, geschickt wurde, undjeden Brief, den sie vom Auslande erhielten, schickten sie un-eröffnet dem Sieherheitscomitö ihres Ortes ein, was ihnen einegute Note in dessen Protokoll erwarb. Aber im Jänner 1794wurden sie doch verhaftet und in die Conciergerie gebracht, wosie nur durch die aufopfernde Freundschaft des Abbe LeChevalier gerettet wurden. Le Chevalier war Erzieher des jungenBoufflers gewesen und verkaufte nun seine Bibliothek, um mitdem Erlöse derselben das Leben der beiden Damen im Gefäng-nisse zu erleichtern. Er wusste das Vertrauen des öffentlichenAnklägers, des berüchtigten Fouquier-Tinville, zu gewinnen, undes gelang ihm, die Acten, die auf seine Freundinnen Bezughatten, immer rechtzeitig unter einem Stosse anderer Papiere zuverstecken. So wurden die verdächtigen Aristokratinnen vergessenund der Sturz Robespierre’s gab ihnen die Freiheit zurück. Aber