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den Tod seines Vaters Prinz von Condd wurde, liess sich be-kanntlich verleiten, gegen die Regentin die Waffen zu ergreifen.Wie die Fronde ein schwaches Nachspiel der Bürgerkriege imsechzehnten Jahrhundert war, so erscheint auch Ludwig II. vonBourbon-Condd bei dieser traurigen Schilderhebung nur als einkleinlicher Nachahmer seines Ahnen, des stürmischen erstenConde, der für seinen Glauben das Schwert zog. Die Geschichteder Fronde fügt kein Ruhmesblatt in den Kranz des Prinzen vonOondd ein.
In den folgenden Bänden wird man den Prinzen wohl auchin seinem Privatleben sehen. Da Ludwig XIV. ihn lange Zeitvon jeder militärischen Action fernhielt, verbrachte Conde seinespäteren Jahre zumeist in Chantilly, das Du Cerceau, eine Au-torität im Fach der Architektur, für einen der schönsten PlätzeFrankreichs erklärte. 1 ) Dort versammelte der Prinz die feinsteGesellschaft um sich und erwies sich als ein Freund der Lite-ratur, die er mit feinem Geschmack beurtheilte, und als einGönner der Dichter, die er oft gegen böswillige Gegner beschützte.„Ohne Neid, ohne Falsch, ohne Prunk, immer gleich gross inder Thätigkeit wie in der Ruhe, so war er in Chantilly, wie ander Spitze der Truppen. Immer war er derselbe Mann, und seinRuhm folgte ihm überall nach.«
So 'sprach Bossuet von ihm in der Grabrede, die er ihmhielt. Aber neben dem Lob des höfischen Redners steht dieSchilderung des Prinzen durch Bussy-Rabutin, der ihm eine Zeitlang vertraut, aber wegen seiner bösen Zunge freilich berüchtigtwar. In seinen Memoiren schildert er Conde „mit lebhaftem Auge,magerem und langgezogenem Gesichte, dem Aussehen eines Adlers,mit gelockten Haaren und schlechten Zähnen“. „Von Natur falsch,zeigte er bei grossen Vorfällen Treue und Ehrlichkeit. VonCharakter war er grob und rücksichtslos, aber das Unglück hatteihn erzogen«.
Man nennt den Prinzen in Frankreich häufig den „grossenConde«. Aber nach Allem konnte er doch auf den Namen eines
’) Du Cerceau, les plus excellents bätiments de France. Neue Ausgabe.1868 bei Levy in 2 Bd. kl. Folio.