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ramentes und Geschmackes. Der Herzog von Aumale tadelt,was zu tadeln ist, und tadelt mit strengem Wort. Aus seinerDarstellung spricht jedoch eine ersichtliche Vorliebe für die erstenPrinzen von Conde und jene gewaltige Zeit des Kampfes. Mankann die lange Reihe der düsteren Thaten, die das sechzehnteJahrhundert schändeten, voll Entrüstung verurtheilen und dochvon einer Epoche, die der starken Charaktere, der anziehendenPersönlichkeiten so viele aufweist, und die um die höchsten Güterder Menschheit rang, sich wahrhaftig gefesselt fühlen. Wie vielgrösseren Reiz muss sie aber auf den Geschichtsschreiber aus-üben, der sich anschickt, sie in farbenvollem Bilde zu schildern!
Dass der Herzog von Aumale sein Werk nicht über dassiebzehnte Jahrhundert ausdehnen will, erscheint wie eine schwei-gende und doch beredte Verurtheilung der späteren Verhältnisse. —König Ludwig XIV. verwehrte den königlichen Prinzen jede er-spriessliche Thätigkeit, und seine Eifersucht und Despotie schufensie zu Höflingen um.
Bis jetzt liegen uns von Aumale’s Werk vier starke Bändevor, die uns bis zum Jahre 1645 führen, und wir dürfen an-nehmen, dass noch etwa zwei weitere Bände nöthig sind, umdas vorgesteckte Ziel zu erreichen *).
Die Geschichte der ersten Prinzen von Condö zeigt einemerkwürdige, wenn auch durch den Einfluss der Erziehung undder Ereignisse leicht erklärliche Verschiedenheit der Charaktere.Der Hauptzug in ihrem Charakter ist die Entschlossenheit, dieihnen gemeinsam ist; aber während die Einen feurigen Sinnesund stürmisch in ihrem .Thun sind, tritt uns in Anderen einenachdenkliche, ja schwermüthige Natur entgegen.
Gleich der Erste von ihnen, Prinz Ludwig von Condö, wurdedurch seinen ungestümen Eifer, der auch in Zeiten der Gefahrkein Zaudern liebte, das Haupt seiner Glaubensgenossen, derReformirten. Er war von kleiner Gestalt, fein gebaut, ein vor-trefflicher Reiter und Meister in der Führung der Waffen. Dabei
*) Histoire des Princes de Cond6 pendant les XVI. et XVII. siecles,par M. le duc d’Aumale. Paris, Levy. I. Theil 1863. II. Theil 1864. III. u. IV.Theil 1886.