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tonte den göttlichen Ursprung des Königthums nicht minder stark,freilich in anderem Sinne. Denn ihm galt es, Heinrich IV. vomUeberti’itt zum Katholicismus zurückzuhalten, den König demPapst entgegen zu stellen, und er sagte dem König: „Königeund Königreiche stehen in Gottes Hand; Sie sind von ihm ein-gesetzt, um den Missbrauchen des Papstthums Einhalt zu thun.Der Sie gesalbt hat, nicht auf menschliche, sondern wahrhaftgöttliche Weise, wird auch sein Werk zu vollenden wissen“ 1 ).
Die Lehre von dem heiligen Beruf des Königthums undvon dessen Einsetzung durch Gott würde in den unruhigenZeiten wenig genützt haben, wenn sie nicht durch eine aus-reichende weltliche Macht nachdrücklich unterstützt worden wäre.Aber König Heinrich verstand es, seine Herrschergewalt in über-raschend schneller Weise zu befestigen. Das Geheimniss seinesErfolges lag hauptsächlich in dem Umstand, dass er seine Machtzum Wohle des Ganzen verwandte. Das fortwährende Anschwellender Macht des neuen Königsgeschlechtes beruhte eben darauf,dass dasselbe mit praktischem Sinn und nüchternem Blick deneigenen Vortheil mit dem des Landes zu verschmelzen wusste,und eine aufgeklärte Despotie einführte. So lange die Bourbonendiese Bahn einhielten, waren sie beliebt bei ihrem Volke und er-folgreich in ihren Bestrebungen. Doch das Jahrhundert ging nichtzu Ende, ohne den Wechsel des Systems gesehen zu haben.
Entgegen dem Gebrauche seiner Vorgänger, war KönigHeinrich sein eigener Minister. Er behielt sich die Leitung derRegierung vor, und entschied in allen wichtigen Fragen selbst.Die neue Ordnung des Staates war wesentlich sein Werk.
Die Befestigung der königlichen Macht hatte zur Folge,dass Heinrich die Reichsstände kein einziges Mal während seinerRegierung berief, obwohl er bei seinem Regierungsantritte ver-sprochen hatte, sie um sich zu versammeln. Die Erfahrunghatte ihn gelehrt, dass die Reichsstände, ohne bestimmte Macht-befugniss, ohne feste Leitung und von Leidenschaften oft heftigbewegt, zur Sicherung geordneter Zustände nicht beitragenkonnten. Er sah in ihnen nur eine Quelle der Aufregung, keine
') Duplessis Mornay. Mem. I. 193. (1591.)