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die andere Ideen hervorruft und diese wieder zum Kampf undendlichen Triumph führt.
Dieses Wechselspiel der Gedanken zeigt manchmal über-raschende Ergebnisse. Die Völker scheinen im Kreislauf vonZeit zu Zeit zu ihrem Ausgangspunkt zurückzukehren, wiedenn z. B. die Revolution von 1789, ohne es zu ahnen, auf dieForderungen zurückgriff, welche die Reichsstände im letztenDrittel des sechzehnten Jahrhundertes erhoben hatten. Doch isteine solche Rückkehr niemals vollständig, denn die Geschichtewiederholt sich nicht. Wenn auch ältere Bestrebungen wiederaufgenommen werden, so erhalten sie doch durch die Umständeein anderes Gepräge und führen zu anderem Ziel.
Das aber ist unzweifelhaft, dass jene Ideen nicht durchden Willen eines Einzelnen, auch nicht des geistig Kräftigstenoder politisch Mächtigsten zur Geltung gebracht werden können,wenn die allgemeine Stimmung nicht schon vorbereitet ist unddie Umstände ihnen günstig sind. Ist dies aber der Fall,dann wirken sie mit unwiderstehlicher Gewalt, und wenn wirdie Cultur eines Volkes, d. h. sein Leben, seine Geschichte,seine Einrichtungen verstehen wollen, müssen wir uns vor Allemüber die Ideen Rechenschaft geben, welche die Nation in denverschiedenen Zeiten lehrend und leitend erfüllten. Darum ent-steht für uns zunächst die Aufgabe, die Entwicklung der An-schauungen zu verfolgen, welche während der letzten zwei Jahr-hunderte in Frankreich massgebend waren.
Die Epoche, die sich vom Abschluss der Religionskriegebis zum Beginne der Revolution erstreckt, ist deutlich als eineZeit des Ueberganges charakterisirt. Sie wird durch dasSchwinden des Feudalstaates und den Sieg der Königsgewaltbezeichnet. Dieses Ergebniss war aber nur die Folge einer an-deren, ungleich wichtigeren Wandlung, des unwiderstehlichenAufsteigens des Bürgerthums. Das Erstarken des dritten Standeswar darum so bedeutsam, weil sich mit ihmeine dauernde Ver-schiebung der Machtverhältnisse vollzog. Königthum und Adels-herrschaft können sinken, wie sie ja in der That in Frankreichgesunken sind; der Einfluss des Bürgerthums, des Kernes einerjeden Nation, kann durch keine Umwälzung ganz gebrochen