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2 (1846) [Aus - Cal]
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Datern.

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Der Kurfürst verweilte unterdessen in den fernen Niederlanden als Statthalterderselben, zunächst nur um sich selbst, nicht um das durch ihn unglücklich gewordene Landbekümmert. Vergebens erbot er sich, gegen die Zurückgabe seines Landes oder eines A e-quivalents dafür, nicht nur seine Truppen mit denen der Alliirten (des Kaisers undEnglands) zu vereinigen, sondern ihnen auch die noch in seinem Besitze befindlichen nieder-ländischen Festungen zu überliefern »). Die im Siege befindlichen Mächte bedurften aberdieses Treubruchs nicht, den der Kurfürst gegen seinen Verbündeten, Ludwig XIV., zu be-gehen sich anheischig machte!

Es bedurfte des Eintretens unvorherzusehender, unerwarteter Ereignisse (des SturzesMarlborough's und der Entzweiung Englands und Oesterreichs), um, nach einer noch langedauernden Periode des Unglücks, den Friedensvertrag von Baden und Rastatt zu Standezu bringen (7. Sept. 1714), zufolge dessen denn der Kurfürst wieder in den Besitz seinerLänder eingesetzt wurde. Aber in welchen jammervollen Zustand sahen sich diese durch dieEroberungslust ihres Herrschers gebracht! Baiern war aufs Neue eines der erschöpftestenLänder Deutschlands. „Handel, Gewerbe und Ackerbau lagen darnieder; viele Tausendeder kraftvollsten Arbeiter hatte der lange, blutige Krieg hinweggerafft. Aller innere Wohl-stand war verschwunden; die Cassen geleert; eine schwere Schuldenlast drückte den Staat!Ueberall blickten Zerstörung und Armuth aus Städten und Dörfern hervor. Eilf Jahredes Friedens, während welcher Maximilian Emanuel in Baiern noch regierte, warennicht im Stande, die tief geschlagenen Wunden zu heilen/"")

Karl Albrecht, der 1726 zur Regierung gelangte, unterstützte Oesterreich imTürkenkriege. Als Kaiser Karl VI. die pragmatische Sanction errichtete, anerkannte eranfangs dieselbe. Als sich aber üach dem Tode jenes Kaisers von allen Seiten Feindegegen Oesterreich erhoben, um Gebietstheile desselben an sich zu reißen, stellte sich auch derbaierische Kurfürst in dieser Absicht in deren Reihe, nicht gewarnt durch das Unglück, dasdie Eroberungssucht seiner Vorfahren bereits über Baiern gebracht hatte. Er forderteganz Oesterreich für sich, unter Berufung auf den Ehevertrag des Herzogs Albrecht V. unddessen Gemahlin Anna, einer Tochter des Kaisers Ferdinand!., in welcher Urkunde es,nach der baierischen Behauptung, hieß: „daß Anna oder deren Nachkommen alle österreichi-schen Staaten erben sollten, wenn Ferdinand's Stamm ohne männliche Erben ausster-ben würde;" wogegen man zu Wien versicherte, jene Worte lauteten: „ohne einigeErben." Auf welcher Seite die Diplomatie eine Fälschung beging, läßt sich wohl nichtmit Bestimmtheit ermitteln. Genug, es erfolgte ein neuer Krieg. Die Baiern unter-warfen sich, mit französischer Hilfe, ganz Oberösterreich; Karl Albrecht ließ sich zu Pragals König von Böhmen huldigen und wurde 1742 sogar zu Frankfurt als Karl VII. zumdeutschen Kaiser gewählt. Aber das Waffenglück wendete sich; die österreichischen Trup-pen eroberten den größten Theil Baierns; Maria Theresia (Karl'sVI. Tochter), ließ sichihrerseits 1743 auch von den Ständen Baierns und der Oberpfalz huldigen, und das Landkam sohin wieder unter österreichische Administration. Karl Albrecht war nicht der Mann,Großes zu vollführen. Nicht nur während des Friedens, sondern selbst während derschlimmen Gestaltung des Krieges widmete er sein Leben weit mehr den Maitressen als denMilitär- und Landesangelegenheiten. Da starb er denn am 20. Januar 1745.

Unter seinem noch jugendlichen Sohne Maximilian Joseph III. kam am 22.April 1745 ein Friedensvertrag mit Oesterreich zu Füssen zu Stande, demzufolge derselbeauf alle Ansprüche an österreichische Gebietstheile entsagte und dem Herzoge Franz Ste-phan von Toskana (Franz I.), dem Gemahl Marien Thereslens, seine Stimme bei der Kai-serwahl zusicherte, dagegen aber die baierischen Länder sämmtlich wieder zurück erhielt.

Baiern stellte jetzt wieder das traurigste Bild des Elends dar. Die Felder lagen ver-wüstet und unangebaut; die Nahrungsquellen waren versiegt, die Industrie gelähmt, dieCassen geleert, und über 40 Millionen Schulden lasteten auf dem Lande.—

S) I. A. Eiseninann, Prof, der Gesch. am baier. Cadetten - Corps, „Kriegsgeschichteder Baiern." II. Bnd. S. 133.

10) Eisenmann a. a. O. Seite 136.