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2 (1846) [Aus - Cal]
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Baiern.

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Zeit, ehe überhaupt die Kriegsstürme begannen, oder in welcher der Sieg seiner Partei zu-lächelte (von 1598 bis 1631) ? Leider so viel als gar Nichts! Der Volksunterricht warund blieb in den Händen der Mönche, vorzüglich der Jesuiten; er zielte in Wirklichkeitnicht auf Erleuchtung, sondern auf Verdummung hin. Bezeichnend ist es schon, wie erdie wissenschaftlichen Schätze der Heidelberger Hochschule in geistiger Beziehung bisherein Gemeingut des gestimmten Deutschlands als Geschenk nach dem Welschlande brin-gen ließ, diesen Schatz gerade auch für deutsches Recht und Merthum. Eine wahrhaft'furchtbare Anklage gegen Maximilian's so wie seiner Vorfahren und Nachfolger Regie-rungsweise liegt aber in den folgenden Worten, die ein bekannter historischer Schrift-steller ausspricht:Während alle übrigen deutschen Länder, in denen die Jesuiten nicht zusolch ausgedehnter Beherrschung des Jugendunterrichts gelangten, seit der Reformationunsterbliche Weltweise, Dichter, Forscher und Eroberer in jedem Gebiete menschlichenWissens hervorbrachten, blieb Baiern Jahrhundertelang verwaist an großen Namen undgab der Welt nicht Einen, welcher aller Deutschen Stolz oder der Menschheit ewige Zierdegeworden wäre ^).

So hinterließ denn der von kriechenden Speichelleckern und gedankenlosen Nachbeternderselben vielgepriesenegroße Kurfürst" das baierische Land und Volk intellektuell undmateriell so furchtbar niedergedrückt und erschöpft, daß es gerade von jetzt an, wenig-stens auf sehr lange Zeit, jene hervorragende Stelle nicht mehr einnehmen konnte, zu deres berufen schien!

Zu allem Diesem kam, daß der nächste Kurfürst, Ferdinand Maria (von 1651bis 1679) ein allen höhern Anforderungen nach durchaus unfähiger Mensch war. DasGlück schien ihm ohne sein Zuthun zu lächeln: mächtige Reichsstände boten ihm die Kaiser-krone an, und nebst ihnen verhieß Frankreich kräftigen Schutz gegen Oesterreich. Freilichverdient er Anerkennung, daß er seine eigene Schwäche genügend fühlte, um Alles auszu-schlagen. Er wendete seine Regierungsjahre dazu an, das Nymphenburger Lustschloß unddas Münchener Theatinerkloster prachtvoll zu erbauen.

War Er zu wenig thatkräflig, so war sein Sohn und Nachfolger Max Emanuelin verderblichem Uebermaße ehrgeizig und kriegslustig, durch welche Leidenschaften er aufsNeue maßloses Elend über das unglückliche Land brachte. Erst kämpfte er r Oesterreichgegen die Türken, dann im spanischen Successionskrieg gegen dasselbe, im Bunde mit demländergierigen und despotischen Ludwig XIV. von Frankreich, der ihm eine Gebietsvergrö-ßerung (den erblichen Besitz der Niederlande) in Aussicht stellte. Die Schlacht bei Höch-städt (1704) brachte aber das ganze Land in feindliche Gewalt, die nun mit furchtbarerBarbarei hier wüthete, so daß Baiern namentlich über 300 verbrannte Ortschaften zählte.(Mit besonderer Erbitterung hausten die zuvor in ihrem Lande von den baierischen Kriegs-knechten entsetzlich mishandelten Tiroler.) Dabei wurden dem Volke, das dem Kaiserförmlich als seinem Landesherrn Treue schwören mußte, die ungeheuersten Steuern undEontributionen auferlegt. Der Stammhaß der Baiern gegen die Oesterreicher wurzeltejetzt aufs Neue und so tief, daß er ein ganzes Jahrhundert lang sortdauerte. Eine Artsicilianischer Vesper die Ermordung aller Oesterreicher in ganz Baiern an einem Tage soll beabsichtigt worden sein. Als der Plan verrathen wurde, geschahen neue Grausam-keiten von Seiten der Sieger. Ein furchtbarer Volksaufstand war das weitere Ergebnißdieser nie aufhörenden Bedrückungen. Die Bauern im Vilsthal erhoben sich (Novemb.1705); ihre Anzahl wuchs allmälig bis zu 24,000 Streitern. Fast überall wurden dieOesterreicher vertrieben. Aber sie kehrten mit vergrößerter Macht zurück. Bei dem DorfeSendling, nahe bei München, kam es (am 25. Der. 1705.) zum entscheidenden Kampfe.Die einer gehörigen militärischen Führung ermangelnden, überdies von mancherlei Kriegs-bedurfnissen entblößten Insurgenten kamen bis auf 500 ums Leben. Unweit Vilshofentraf 7000 andere jener Unglücklichen ein gleiches Schicksal. Das Elend im Lande warohne Gränzen.

8) S. Aschokke's baier. Geschichte, lll. 142.