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2 (1846) [Aus - Cal]
Entstehung
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Vaiern,

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gothen unter Theodorich ein neues Reich gründeten, bildete auch Baiern einen Bestand-theil desselben. Mit dem Sturze dieses Reiches kamen die Bojer in ein gewisses Abhän-gigkeitsverhältniß zu den Franken, doch nur in sehr beschränktem Maße, indem sie ihr ei-genes Recht bewahrten, sich selbst regierten und namentlich ihre Vorstände, Herzoge gehei-ßen, nach wie vor nach eigenem Gutdünken aus ihrer Mitte wählten. Einer derselbenhieß Garibald, ein Nachkomme Agilolf's (daher Agilolfinger). Der Hauptort desVolkes war die von den Römern herrührende Stadt Regensburg. Um die Mitte des sie-benten Jahrhunderts wurden die Gesetze der Bojer schriftlich abgefaßt, wobei jedoch derEinfluß des Fcankenthums in mehrfachen Beziehungen sich geltend machte. Der Volks-stamm der Bojer bewohnte damals das Land im Süden der Donau und im Osten des Lech;sein Gebiet dehnte sich aber in anderer Richtung bis nach Italien und Ungarn aus, begriffalso namentlich das heutige Oesterreich, Steyermark und Tyrol in sich.

Der Freiheitssinn, der die germanischen Völker jener Zeit durchgehends beseelte, triebdie Bojer zu wiederholten Versuchen an, sich von den Franken völlig unabhängig zu machen.Bei dem damaligen jugendlichen Emporblühen der Frankenmacht war dies jedoch ein ver-gebliches Bemühen, das gerade zum Gegentheile, zu einer entschiedenen Unterwerfung,führte. Herzog Thassilo Hl-, der den anfangs anerkannten Oberhoheitsrechten der Fran-ken auf einmal keine Folge mehr geben wollte, vermochte Karl dem Großen um so wenigerzu widerstehen, als die G eistlichkeit die Plane des gewaltigen Oberhauptes der Frankenim Innern des Baierlandes möglichst unterstützte. Karl gebot nun hier mit seinen Fran-ken als Sieger. Thassilo, allerdings durch ein öffentliches Gericht der Felonie schuldig er-klärt, ward in ein Kloster gesteckt, fränkisches Recht und fränkische Verwaltungsweise imLande eingeführt, die Selbstständigkeit des Landes aufgehoben und dasselbe durch einenvon den Franken eingesetzten Grafen regiert, als deren Ersten Karl seinen Schwager, denschwäbischen Grafen Gerold, einsetzte. Auch die Geistlichkeit wurde reichlich belohnt: eswurde der Zehnte eingeführt und insbesondere das Bisthum Salzburg mit weitaus-gedehnten Ländereien (auf Kosten des baierischen Volkes) dotirt und zum Erzbisthumerhoben.

Die Baiern waren nun an den Siegeswagen der Franken gekettet. In Folgeder Kriege der Franken mit den nach Osten hin wohnenden Völkern, den Ungarn, Ava-len , Slaven u. s. w., wurde aber das baierische Gebiet in dieser Richtung bedeu-tend erweitert und namentlich die Raab zum Gränzflusse bestimmt (daher nachmalsdie Markgrafen von Ostbaiern oder Oesterreich). Gleiche Vergrößerung des Gebietsum-fanges fand nach Norden hin statt (das Nordgau u. s. w., selbst die Gegenden von Nürn-berg, Bamberg und Baireuth wurden zu Baiern geschlagen).

Nach dem Untergange der Karolinger traten die Baiern neuerdings als selbstständigesVolk auf. Sie übten als solches das erste der desfallsigen Rechte aus, sie wählten sich wie-der ihren Anführer, ihren Herzog. Arnulf schien ihnen hierzu der geeignetste undwürdigste Mann zu sein. Die Anstände, welche das Reichsoberhaupt, Heinrich I., da-gegen erhob, wurden durch einen Vergleich beigelegt, nach welchem die Baiern ihre Selbst-ständigkeit in ausgedehnterem Maße als irgend ein deutscher Volksstamm bewahrten, nursollte der vom Volke gewählte Herzog die Lehnshoheit des Reiches anerkennen. Dies Letztehinderte nicht, daß die Baiern selbstständig Kriege führten, das Münzrecht ausübten,Synoden dielten und Bischöfe einsetzten.

Die Söhne des Herzogs Arnulf versuchten es, sich vom Reichsverbande völlig freizu machen, sie suchten die Belehnung des Reichsoberhauptes nicht nach und wollten denKönigstitel annehmen. Aber sie unterlagen gegen Kaiser Otto l-, der nun den Markgra-fen Berchtold (den Bruder des verstorbenen Herzogs Arnulf) mit dem baierischen Herzog-thum belehnte. (Von den in diesem Kampf unterlegenen Söhnen des ältern Arnulf wardder eine, Hermann, Pfalzgraf am Rhein, der andere, Arnulf der Jüngere, aber Pfalzgrafin Baiern. Dieser Letzte war der Stammvater der Herren von Scheyern, welche im Jahre1142 von ihrer neuen Residenz Wittelsbach den Namen annahmen.)

Es lohnt sich für uns nicht der Mühe, die vielfachen Streitigkeiten wegen des jewei-ligen Besitzes der Herzogswürde im Einzelnen zu erzählen. Das alte allgemeine Volks-