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nicht weniger als 450Quadratmeilen) bestehen aus Waldungen, und manche Gebietstheiledienen nebstdem vorzugsweise zur Viehzucht.
Unter den Naturprodukten nehmen sonach Getreide, Holz und Wein, dann Rind-vieh, Pserde und Schafe, die ersten Stellen ein. Der Boden ist reich an Mineralien, dochgewährt der Bergbau, mit Ausnahme der Pfalz, keine besonders lohnende Ausbeute-
Die Einwohner gehören verschiedenen deutschen Volksstämmen an^). DerVolkscharakter dieser verschiedenen Stämme ist sich durchaus nicht gleich, ein allge-meines Urtheil über alle sonach nicht Platz greifend. Der Altbaier ist im Ganzen ernst, et-was unbehilflich, an die Aeußerlichkeiten des Kirchthums streng gewöhnt, nicht ohne Gut-müthigkeit; unter die höheren Stände ist aber vielfach eine tiefere Corruption eingedrungen,als man glaubt. Der Franke, ebenfalls stark an kirchlichen Gebräuchen hangend, ist leb-hafter und gewandter; zwischen Beiden inmitten steht der Schwabe. Den feurigsten Cha-rakter besitzt der Rheinländer, der sehr gewandt und befähigt, oft etwas leichtfertig undabsprechend erscheint. Seine Sprache ist mild, die der andern Stämme dagegen mehroder minder hart und rauh.
Die relative Größe—die Dichtigkeit— der Bevölkerung ist in den einzelnenLandestheilen sebr verschieden. Im Durchschnitt kommen auf die Quadratmeile 3126Menschen. Während aber auf einem solchen Flächenraum in der Pfalz 5515 leben, tref-fen dagegen hierauf in Oberbaiern nicht mehr als 2203, in der Oberpfalz 2528, in Nieder-baiern 2786 (also auch hier nur die Hälfte gegenüber der Bevölkerungsdichtigkeit in derPfalz), in Schwaben 3336, Unterfranken 3406, Mittelfranken 3501, und selbst inOberfranken nicht mehr als 3772.
Den confessionellen Verhältnissen nach sind etwas über zwei Drittheile der Be-wohner Katholiken, nicht völlig ein Drittheil Protestanten. Außerdem wohnen einigeTausend Mennoniten und gegen 60,000 Juden im Lande.
Die Zahl der Protestanten ist am bedeutendsten in Mittel- und Oberfranken und inder Pfalz. In den 5 übrigen Kreisen bilden die Katholiken bei weitem di« Mehrzahl, na-mentlich in Nieder - und in Oberbaiern, wo sich nur einige wenige protestantische Gemein-den befinden.
II. Allgemeiner geschichtlicher Ueberblick. DieBaiern gehören jeden-falls zu einem der erweisbar ältesten deutschen Volksstämme. Ob sie wirklich, ein halbesJahrtausend vor dem Beginn unserer Zeitrechnung, im südwestlichen Gallien wohntenund mit Brennus das alte Rom eroberten, oder ob sie in späterer Zeit aus dem heutigenBöhmen durch einen andern Volksstamm verdrängtwurden und nun ihrerseits die baierischeLandschaft besetzten, kann uns ziemlich gleichgültig sein ^). Bekannt ist, daß Baiern, un-ter dem Namen Vindelicien, eine Provinz der Römer war, welche hier Städte anlegtenund ihre Cultur verbreiteten, wie überall wohin sie ihre Waffen trugen. Als die Ost-
2) Das Verhältniß derselben ist ziemlich aus folgender Zusammenstellung des Umfangesund der Bevdlkerung der einzelnen Kreise (Provinzen) zu ersehen.
Kreise. Umfang. Bevölkerung im I. 1810.
1. Oberbaiern ...... 313,^ M. 690,560 Seelen.
2. Niederbaiern . ..... 187,. — 522,100 —
3. Oberpfalz und Regensburg . 18t — 457,600 —
4. Obers,anken.128„ — 486,200 —
b. Mittelfranken.146,^ — 512,000 —
6. Unterfranken und Aschaffenburg 170 — 579,300 —
7. Schwaben und Reuburg . . 166,, — 544,200 —
8. Pfalz . .. 105 — 579,200 —
1398 sJ M. 4,371,000 Seelen.
3) Glaubwürdige Zeugnisse sprechen übrigens dafür, daß 400 Jahr vor Christus Bojermit den Senonen unter Brennus Rom eroberten, nach Griechenland zogen und dann inBikhynien den Staat Galatia gründeten, in welchem noch zur Zeit der Kreuzzüge baierischeKreuzfahrer zu ihrem Erstaunen die baierische Sprache fanden. Anm. der Redact.