man angefange» hat. Leider geschieht es oft, daß Schrift-steller mir dem Sturme beginnen/ und mit einer Feuersbrunstoder mit einem Erdbeben schließen. Solche Ungleichheit, sol-cher Mangel an Zusammenhang ist dem Leser von seineremGefühl äußerst widrig.
So tadelt Blair auch folgende Stelle Shakespeare's,worin Romeo seine Julie mit einem Engel vergleicht:
„Über meinem Haupt erscheinst duDer Nacht so glorreich, wie ein FlügelbotheDes Himmels dem erstaunten, über sichGekehrten Aug' der Menschensöhne, dieSich rücklings werfen, um ihm nachzuschau'n.
Wenn er dahin fährt auf den trägen Wolken,
Und auf der Luft gewölbtem Vusen schweb t."
Metaphern mögen, jede einzeln betrachtet, noch so tref-fend und schicklich seyn, so werden sie doch durch die Zusam-mendrängung und Anhäufung in einem Satze und Key einemGegenstände stets Verworrenheit verursachen.
6. Die Metäpher sey weder zu schwülstig, noch zu ab-genützt, noch auch gemein und niedrig. Selbst wenn man durchmetaphorische Ausdrücke etwas herabwürdigen oder lächerlichmachen will, hüte man sich vor Erregung ekelhafter Neben-Jdeen,und vermeide alles Pöbelhafte. So tadelt Cicero einen römi-schen Redner, welcher seinen Gegner 8tercu8 curiae nannte;eine Metapher, sagt er, der es zwar nicht an Ähnlichkeit fehlt,die aber der Phantasie einen unangenehmen Gegenstand derVergleichung vorhält.
§. 6 .
Vergleichung. Gleichniß. Parallele.
Das Wesen dieser Figur besteht darin, daß sie zwey Ge-genstände, nähmlich ein Bild und ein Gegenbild, beyde alsverschieden, aber ähnlich, aufstellt. Der Punct, in dem diesezwey verglichenen Gegenstände einander ähnlich stnd, heißtdas tertium cornpurationis.