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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
Entstehung
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Vom Perioden-Bau.

§. i.

Erklärung der Perioden:

^Heder Satz enthält einen Gedanken, und kann für sich beste-hen ; bey einer fortdauernden Rede können aber einzelne undabgerissene Sätze in die Länge nicht hinreichen. Es entstehenunter ihnen Verhältnisse, nach den Graden der Wichtigkeit.Haupt- und Nebensätze bilden sich, und erheischen Verbindungzu einem künstlichen Ganzen, dessen Gelungenheit den schönenZdeen-Verein und die Harmonie der Darstellung zur Folge hat.

Der Periode heißt demnach in der Redekunst ein Theilder Rede, welcher aus mehreren Sätzen besteht, die zu einemstylistischen Ganzen so verbunden sind, daß erst mit demSchlüsse desselben, beym gemeinschaftlichen Nuhepunct, dervolle Sinn der vereinigten Gedanken sich entfaltet. Ein styli-stisches Ganzes ist aber die Rede nur dann, wenn sie nachden Regeln der Grammatik, Logik und Ästhetik gebildet, voninnerer Nothwendigkeit der Form, und in allen ihren Theilenharmonisch ist.

Zum Beyspiel kann die folgende Stelle aus Herders Redeüber den echten Begriff der schönen Wissenschaften dienen :Sowie der Künstler, wenn er sich, gleich dem Apollo und Anti-nous, die Töchter der Niobe, und den Laokoon schwerlich zuerreichen getrauet, dennoch mit unverrücktem Fleiß diese Mei-sterwerke der alten Kunst nachzeichnet, nachformet und studie-ret, weil er an ihnen die höchsten Regeln der Kunst wahrnimmt:so sollen auch wir die Muster der alten Denkart, und an ih-Philosoph. Abtheil. V. Band. H