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Wenn die Ähnlichkeit des Hauptbildes und des Gegenbil-des groß ist, wird auch eine größere Ausführlichkeit der bey-den Bilder nothwendig, und sodann manchmahl die ganze ob-waltende Summe der ähnlichen Züge dargestellt.
Wenn die Vergleichung auf solche Art erweitert wird,erhält sie den Nahmen Gleichniß. Das Gleichniß ist alsoeine ausgeführte Vergleichung, so wie die Allegorie eineverlangPte Metapher ist.
Hieher kann man auch die Parallele rechnen, welchesich durch die Eigenheit unterscheidet, daß sie die Ähnlichkeitder zwey verglichenen Gegenstände einzeln und stückweise ne-ben einander stellt und auf diese Art das Ganze durchgeht.Beyspiel einer Parallele.
„Homer ist ein mächtiger Strom, dessen klare Fluthensanft zwischen blumigen Ufern dahin gleiten; wo die Gestadeihn drangen, da eilt er brausend und rascheren Laufes fort,und zwischen Felsenwanden rollt er donnernd und schäumendhindurch. Klopstock ist ein hoher Felsenstrom, der von Klippenauf Klippen herabstürzk, als rollte schmetternd ein Tonner-wagen mit tausend Rädern hinunter. Selbst im tiefen Thaleströmt er, stets donnernd, zwischen steilen Gebirgen, undschauerlichen Tannengebirgen hin."
Beyspiel einer Vergleichung:
„Die untergehende Sonne an einem heitern Horizonteist das Bild von dem Tode des Weisen."
Gleichniß:
„Einseitiges Vertrauen ist unfruchtbar, wie der Samsder Pappel, den der Wind verschlingenden Wogen zuführt;der Wechsellausch verwandter Empfindungen aber gleicht demBanianbaume, wenn er die gebogenen Äste in die Erde senkt,und aus ihrem Schooß den nachbarlichen Sprößling aufstrebensieht, der mit dem Urstamm gleiche Nahrung saugt, und imverbrüderten Daseyn den Stürmen trotzt." —
Amaliev. Imh 0 f.