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send Dolche liegen in deinen Gedanken verborge»/ die du anmeinem steinernen Herzen geschliffen hast, eine halbe Stundemeines hinfälligen Lebens zu durchstoßen."
' Man vermeide in der Allegorie alle figürlichenAusdrücke; denn sie verhüllen den Gegenstand/ statt ihn zubeleuchten. Eben so wenig werfe man figürliche und eigenthüm-liche Ausdrücke unter einander. Sie verwirren die Phantasie/welche zwischen beyden unsicher hin und her schwankt/ ohnesich an den einen oder den andern fest halten zu können. EinBeyspiel dieses Fehlers führt Hugo Blair aus Pope's Übersetzungder Odyssee an; in dieser Stelle sagt Penelope/ da sie dieplötzliche Abreise ihres Sohnes Telemach beweint:
„Auch die andere Säule des Staats ist dahin, und zwar,ohne Lebewohl gesagt, oder auch nur meine Einwilligung an-gesucht zu haben."
Telemach wird uns hier zuerst als eine Säule gezeigt,die aber gleich darauf wieder ein Mensch wird , der seine Mut-ter ohne Abschied und ohne Erlaubniß verläßt. Eine Vorstel-lung vernichtet hier die andere. Der Übersetzer hätte, ohnesein Original zu entstellen, entweder dem Telemach die mensch-liche Gestalt lassen, oder, wenn er nun einmahl den Helden-jüngling unter dem Bild einer Säule darstellen wollte, dem-selben auch nur solche Eigenschaften zuschreiben sollen. welchediesem Bilde entsprechen. Er durfte sich aber keineswegs er-lauben, der Säule menschliche Handlungen und Eigenschaf-ten beyzulegen.
5. Man gebrauche nicht von einem Gegenstände zwey odermehrere verschiedene Metaphern. Man nennt dieß ver-mischte Metaphern. Von dieser Art ist ShakespearesAusdruck in Hamlets Monolog:
„Die Waffen gegen ein Meer von Mühseligkeiten er-greifen."
In Ansehung dieses Bildergemisches, welches die Ein-bildungskraft nicht zu fassen vermag, ermahnt O.uintilian:Man trachte mit derselben Metapher zu endigen, mit welcher