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Von der rednerischen Anordnung.
§. r.
Wichtigkeit der Anordnung.
Ä^ir sprechen hier von der Anordnung überhaupt, in fofern sie nähmlich in jedem Werk der Redekunst herrschen muß,und der schönen Prosa einen wesentlichen Vorzug gibt. Von derAnordnung der Theile einer eigentlichen Rede wird nachher ins-besondere ausführlich gehandelt werden.
Die Wichtigkeit der Anordnung beweiset O.uintilian vor-züglich schön und kräftig: „Sind gleich alle Glieder einer Sta-tue fertig gegossen, so machen sie doch noch keine Statue aus,wenn sie nicht zusammengefügt sind. Man verändere die Stelleeines Theils vom menschlichen oder thierischen Körper, und ver-setze ihn nur, ohne das Geringste wegzunehmen: so wird er einUngeheuer. Gliedmaßen, die nur ein wenig von ihrer rechtenStelle verrückt werden, verlieren ihren vormahligen Nutzen,und untergeordnete Heere stehen sich selbst im Wege. Ja manirrt nicht, wenn man sagt, die Natur bestehe ganz allein ausOrdnung, und Alles müsse vergehen, wenn diese Ordnung zer-rüttet sey. Auf gleiche Weise muß eine Rede, welcher diese Ei-genschaft fehlet, wie ein Schiff auf einem stürmischen Meereohne Steuermann daher schwimmen und ungewiß schwanken.Sie muß vieles wiederhohlen, vieles übergehen, wie in derNacht an unbekannten Orten umherirren, kann keinen geschicktenAnfang, kein vorbedachtes Ende haben, und muß sich mehr demZufalle überlassen, als gesundem Urtheile folgen." —
Sulzer räth daher auch dem Redekünstler, auf Plan und