Druckschrift 
2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
253
Einzelbild herunterladen
 

2LZ

oder himmlische Mächte im Spiele gewesen seien. Als sieihn aber abermals fragten, wer er sei, flüsterte er:EuerKnecht!" und siel dann um, wodurch sie nicht klüger wurden.

Unser Knecht", wiederholte der Alte.Allerdings, inso-fern er unser Findling ist und ohne uns den Odem nicht hättefür seine Nase. Ich weiß nicht, was ihr denkt, ober soviel ichsehe, liegt hier ein Geheimnis vor, wie deren manche um-gehen in der Welt, so daß man auf Reisen zuweilen mitStaunen auf ihre Spuren stößt. Was uns zu tun bleibt, istgar nichts anderes, als daß wir dies Wesen mit uns führen,denn hier können wir es nicht lassen, noch auch hier Hüttenbauen, bis daß er zu Kräften gekommen. Ich bemerke", setzteer hinzu,daß dieser Brunnenknabe mir auf eine oder dieandere Weise das Herz rührt und es in eine Art von Annehm-lichkeit taucht, ich weiß nicht wie. Denn es ist nicht Mitleidallein, noch auch das Geheimnis, das mit ihm ist. Sondernum jeden Menschen ist eine Urnringung außen um ihn, dienicht sein Stoff ist, aber seines Stoffes dennoch, hell oderdunkel. Alte, erfahrene Augen nehmen sie besser wahr alsjugendblöde, welche zwar sehen, aber nicht schauen. Da ichnun diesen Findling unverwandt betrachte, scheint mir auf-fallend licht feine Umringung, und mir ist ganz, als sei er einFund, den man nicht wieder wegwirft."

Ich kann Steine lesen und Keile schreiben", sagte Joseph,indem er sich etwas aufrichtete. Danach fiel er wieder beiseite.

Hört ihr's?" fragte der Alte, nachdem er es sich hattewiederholen lassen.Er ist schriftkundig und wohlerzogen.Das ist ein schätzbarer Fund, ich sagte es ja, und nicht zumLiegenlassen geschaffen. Wir nehmen ihn mit, denn dank meinerEingebung, die mich hieß, diesen Brunnen zu untersuchen.

<