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1 (1825) Theorie der Beredsamkeit für alle Formen prosaischer Darstellung : nach den besten Quellen der Alten und der Neuern bearbeitet, und mit Mustern und Beyspielen belegt
Entstehung
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Sylbe, ja fair Buchstaben des auszusprechenden Wortes, be-stimmt hören lasten, ohne irgend einen der eigenthümlichenTöne zu unterdrücken, oder zu verunstalten.

Drittens wird zur deutlichen Arriculation eine gehörigeMäßigung in Ansehung der Geschwindigkeit der Ausspracheerfordert. Zu schnelles Herausstoßen der Töne verhindert dieBestimmtheit der Aussprache, und laßt dem Zuhörer nichtZeit, den Sinn zu fasten. Man kann hier eben so wohl ausder entgegen gesetzten Seite zu weit gehen. Es ist einleuch-tend, daß eine leblose, schleppende Aussprache, welche denZuhörer mit seinen Gedanken immer merklich vor dem Rednervorausläßt, einen Vortrag langweilig und ermüdend machenmuß. Doch der Fehler des zu geschwinden Sprechens ist weit ge-wöhnlicher, und erfordert um so mehr, daß man dagegen aufseiner Hut sey, weil, wenn er uns einmahl zur Fertigkeitgeworden ist^ wenige Fehler sich schwerer oblegen lassen, alsdieser. Die Aussprache mit dem gehörigen Grade der Langsam-keit gewährt dem Redner viele Vortheile: insbesondere einegroße Erleichterung der Stimme durch die Pausen und Ruhe-puncte, welche sie von selbst herbey führt; auch setzt sie denSprechenden in den Stand, seinen Tönen mehr Fülle, Wohl-klang und Rundung zu geben. Endlich dient sie auch dazu,den Redner in den gehörigen Schranken der nöthigen Selbst-beherrschung zu erhalten; da hingegen ein übereilter und hasti-ger Vortrag nur zu leicht jene unruhige Bewegung der Lebens-geister hervor bringt, welche den Erfordernissen der ausübendenBeredsamkeit gerade am »leisten zuwider ist.

Viertens muß der Redner auch auf die Reinigkeit derAussprache Bedacht nehmen, das heißt, er muß jedem Worte,oder vielmehr jeder Sylbe denjenigen Laut geben, welchen derGebrauch der echten und feineren Aussprache, im Gegensätzeder unechten, gemeinen oder provineielle», mit sich bringt.Als Beyspiel stehe hier eine einzelne Bemerkung: Jedes Wort,das aus mehr als einer Sylbe besteht, hat eine Sylbe, die sichvor den übrigen durch den Accent unterscheidet. Dieser Accent