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unsere Geberden mochten uns sonst lächerlich machen oder ver-unstalten. Die Augen sind es, die durch Lebhaftigkeit, Er-mattung, durch Blick und Heiterkeit, die Gemüthsbewegun-gen, übereinstimmend mit der Art des Vortrages selbst, aus-drückeN. Denn der äußerliche Vortrag ist gleichsam die Rededes Körpers, und muß daher mit der Seele harmoniren. DieAugen aber sind uns, wie dem Pferde und Löwen die Mah-nen, der Schweis und die Ohren, von der Natur gegeben,um unsere Gemüthsbewegungen anzuzeigen. Folglich ist inunserm äußerlichen Vortrage nach der Stimme die Mieneimmer das Wichtigste, und diese ist von den Augen ab-hängig.
Dasjenige indessen, wodurch wir bey dem äußerlichenVortrage die meiste Wirkung erwarten, und uns am meistenauszeichnen können, ist wohl unstreitig die Stimme, die wiruns erstlich so wohlklingend, als möglich, erwerben, und dannaus jeden Fall erhalten müssen. Um die Stimme immer wohl-klingend zu erhalten, ist nichts nützlicher, als häufige Verän-derung, und nichts schädlicher, als ohne Unterbrechung immermit voller Anstrengung sorlreden.
Jede Stimme hat einen gewissen Mittelton, der ihreigenthümlich ist. Daß von diesem die Stimme allmählich auf-steige, ist zugleich nützlich und angenehm. Denn gleich vomAnfänge an zu schreyen, ist bäurisch; aber die Stimme all-mählig steigen lassen, ist auch zu ihrer Stärkung heilsam.Ferner gibt es auch in der Erhebung derselben ein Äußerstes,welches Loch noch unter dem lautesten Schreytone ist. Eben sogibt es aus der andern Seite in ihrer Senkung einen tiefstenTon, bis zu welchem man gleichsam aus der Stufenleiter derTone hinab steigt. Diese Abwechslung, dieses Auf- und Nie-dersieigen durch alle Tonarten wird sowohl die Stimme selbsterhalten, als auch die Lieblichkeit des äußerlichen Vortrageserhöhen.
Wir wollen nun auch die Bemerkungen neuerer Schrift-steller Horen, deren praktische Anleitungen dem angehcnten