Hoä
sagende und zärtliche, heftige und stürmische; denn alle ähn-liche» Töne taffen sich Loch Lurch die.Kunst mannigfalrig aban-dern. Diese Tone muß der Redner, wie der Mahler die Far-ben, nach dem jedesmahligen Bedürfniß auswählen und abän-dern können. Eine eigene Gatrung des Tones nimmt z. B.der Zorn an, einen hohen, heftigen, oft abgebrochenen.Einen andern Ton erfordert die Wehklage und Trauer,einen wehmüthigen, vollen, abgebrochenen, weinerlichen Ton.Leise, stotternd und kraftlos redet die Furcht. Sanft, zart,heiter und gelassen ist der Ton der Freude. Der Ton deSVerdrusses hat, ohne jammernd zu seyn, etwas Schwer-fälliges, Einförmiges und Dumpfes.
Für alle diese Gemülhsbewegungen ist auch ein passendesGeberdenspiel nothwendig, nicht ein dem Schauspieler nach-geahmces, sondern ein solches, das Sachen und Gedankenausdrückt, ein Geberdenspiel, das nicht auf die Sache hin-weiset, sondern geschickt auf sie hindeutet; unterstütztvon starken und männlichen Wendungen des Körpers, die nichtvon der Schaubühne und den Schauspielern, sondern aus derWaffenschule und von fertigen Ringern entlehnt sind. DieBewegung der Hand muß aber nicht gar zu kunstmäßig seyn;sie muß die Worte mit den Fingern begleiten, aber nicht durchNachahmung ihren Sin» ausdrücken. Der Arm muß sich freybewegen, und gleichsam die Waffe seyn, womit der Rednerkämpft. Das Wesentlichste aber beym Geberdenspiel ist immerdas Gesicht, und in dem Gesichte sind die Augen das Aus-drucksvollste; denn die Seele soll sich in dem ganzen äußerlichenVortrage ausdrücken; das Gesicht aber ist das Bild der Seele,und ihre Dollmetschcr sind die Augen. Dieß ist der einzigeTheil des Körpers, der alle Arten der Gemüthsbewegungendurch eben so viele Bezeichnungen und Abänderungen ausdrü-cken kann. Wer aber das Auge unverwandt auf einen Gegenstandrichtet, bey dem kann es nicht ausdrucksvoll seyn.
In die Augen können wir also viel Ausdruck legen; denndie Züge des Mundes dürfen wir nicht gar zu sehr verändern;
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