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Maß zu hasten, ja nie, daß er Redner — nicht aberSchauspieler sey.
Cicero erklärt sich im dritten Buche seines Werkes vomRedner über Declamation und Mimik auf folgende Weise:
Erst durch den guten äußerlichen Vortrag könnendie übrigen Vorzüge an dem Redner hervor schimmern. Deräußere Vortrag ist in der Beredsamkeit von der größten Wich-tigkeit. Ohne ihn kann der vorzüglichste Redner in keine Be-trachtung kommen, durch ihn der mittelmäßigste oft über disbesten Redner obsiegen. Ihm soll Demosthenes den ersten Preiszuerkannt haben, als er gefragt wurde, was er in der Bered-samkeit für das Vorzüglichste halte, ihm. den zwepten, ihm dendritten.
Unstreitig äußert in allen Fällen die wahre Empfindungeine stärkere Wirkung, als die erkünstelte; aber wenn es dieWahrheit der Empfindung allein schon ausmachte, so würdenwir der Kunstregeln nicht bedürfen. Da indessen die Leiden-schaft, die wir insbesondere durch daS Äußere im Vortrageausdrücken, oder nachahmen sollen, oft so ungestüm tobt, daßihre Sprache undeutlich und beynahe unterdrückt wird: so müs-sen wir beym äußern Vortrage dasjenige verschmähen, wasVerwirrung erregen würde, und nur das Ausdrucksvolle undleicht Verständliche nachahmen; denn jede Gemüthsbewegungäußert sich durch eigene Töne, Mienen und Geberden, undder ganze Körper des Menschen, sein Gesicht und seine Stim-me, sind in ihrem Tone, wie die Saiten der Harfe von demAnschlägen, so auch von der Berührung der Leidenschaft ab-hängig. Die Töne, z. B>, sind wie ausgespannte Saiten, dienach dem Grade der jedesmahligen Berührung anklingen, baldhoch, bald tief, bald schnell, bald langsam, bald stark, baldschwach. Doch gibt es auch wieder bey allen Gattungen von Tö-nen einen gewissen Mittelron. Aus diesen sind nun wiedermehrere andere Gattungen von Tönen entstanden, sanfte undrauhe, abgekürzte und gedehnte, mir angehaltenem und nach-gelassenem Arhem hervorgebrachte Töne, weiche und lispelnde.