der rechten. Bey geringfügigen, traurigen, oder sanften Ge-genständen sey die Bewegung der Hände kurz; bey großen,freudigen, oder fürchterlichen weiter ausgedehnt.
Brust und Bauch lasse der Redner nicht sich vordran-gen, den Rücken nicht sich krümmen. Die Schulternwerfe man nicht hin und her. Demosthenes verbesserte die-sen Fehler an sich dadurch, daß er in einem engen Behältnissestehend sprach, worin eine Stange angebracht war, an die ermit der Schulter stieß, sobald er sich nach den Seiten warf.Der Stoß machte ihm bemerkbar, daß er sich vom Feuer desGeberdenspiels zu sehr Hinreißen lasse.
Der Redner muß bey der Einrichtung seines Geberden-spiels fünf Hauptsachen bedenken: i) das Ganze der Rede,den Hauptton derselben und den Total-Eindruck, welchen siehervorbringen soll; 2 ) das Eigentümliche in den einzelnenTheilen der Rede, Eingang, Erzählung, Beweise, Schluß;3) den Inhalt oder die Gedanken und Empfindungen jederArt; 4) die Worte selbst, wobey es wohl fehlerhaft wäre,alles durch Geberden ausdrücken zu wollen, aber auch kraftlos,wenn nicht einiges durch Mienen und Geberden gehoben würde;5) die Personen, in deren Gegenwart er redet.
Ehe der Redner anfängt, mag er kurze Zeit verweilendschweigen, ohne sogleich gegen den Zuhörer gewendet loszu-brechen. Er mag in ruhiger Stellung die Augen entweder sen-ken oder sanft aufwärts richten; er hüte sich hier ja vor ge-wissen unschicklichen Dingen, wie z. B. nicht herum zu gaffen,trotzige Mienen zu machen, sich laut zu räuspern, steif odergekrümmt zu stehen rc. Der Eingang werde mit sanfter Stim-me und mit ruhigen Geberden vorgetragen; dieß fordert dieBescheidenheit. Nur in seltnen Fällen findet eine AusnahmeStatt. Die Erzählung fordert schon mehr Lebhaftigkeit; dieBeweisführung geschehe mit Besonnenheit und Nachdruck; derSchluß mit mehr Feuer, um zu erheben oder zu rühren. Bey al-lem aber vergesse der Redner nie den Anstand, und hüte sich vorGrimassen und Gcsticulation, und bedenke, um stets das recht»Philosoph. Abtheil. V. Ban». C c